Free bilingual books

Klassenkampf in Frankreich
Karl Marx
(1850)

Downloading books is available only for authorized users


Downloading books is available only for authorized users


Downloading books is available only for authorized users

Klassenkampf in Frankreich As lutas de classes na França
II Der 13. Juni 1849II — O 13 de Junho de 1849
Der 25. Februar 1848 hatte Frankreich die Republik oktroyiert, der 25. Juni drang ihm die Revolution auf. Und Revolution bedeutete nach dem Juni: Umwälzung der bürgerlichen Gesellschaft, während es vor dem Februar bedeutet hatte: Umwälzung der Staatsform.

Der Junikampf war durch die republikanische Fraktion der Bourgeoisie geleitet worden, mit dem Siege fiel ihr notwendigerweise die Staatsmacht anheim. Der Belagerungszustand legte ihr das geknebelte Paris widerstandslos vor die Füße, und in den Provinzen herrschte ein moralische Belagerungszustand, der drohend brutale Siegesübermut der Bourgeoisie und der entfesselten Eigentumsfanatismus der Bauern. Von unten also keine Gefahr!

Mit der revolutionären Gewalt der Arbeiter zerbrach gleichzeitig der politische Einfluß der demokratischen Republikaner, d.h. der Republikaner im Sinne des Kleinbürgertums, vertreten in der Exekutivkommission durch Ledru-Rollin, in der konstituierenden Nationalversammlung durch die Partei der Montagne, in der Presse durch die "Réforme". Gemeinsam mit den Bourgeoisrepublikanern hatten sie am 16. April konspiriert gegen das Proletariat, in den Junitagen es gemeinsam mit ihnen bekriegt. So sprengten sie selbst den Hintergrund, worauf ihre Partei sich als Macht abhob, denn nur solange kann das Kleinbürgertum eine revolutionäre Stellung gegen die Bourgeoisie behaupten, als das Proletariat hinter ihm steht. Sie wurde abgedankt. Die mit ihnen widerstrebend und hinterhaltig während der Epoche der provisorischen Regierung und der Exekutivkommission eingegangene Scheinallianz wurde offen von den Bourgeoisierepublikanern gebrochen. Als Bundesgenossen verschmäht und zurückgestoßen, sanken sie zu untergeordneten Trabanten der Trikoloren herab, denen sie kein Zugeständnis abringen konnten, deren Herrschaft sie aber jedesmal unterstützen mußten, sooft dieselbe, und mit ihr die Republik, von den antirepublikanischen Bourgeoisiefraktionen in Frage gestellt schien. Diese Fraktionen endlich, Orleanisten und Legitimisten, befanden sich von vornherein in der konstituierenden Nationalversammlung in der Minorität. Vor den Junitagen wagten sie selbst nur unter der Maske des bürgerlichen Republikanismus zu reagieren, der Junisieg ließ einen Augenblick des ganze bürgerliche Frankreich in Cavaignac seinen Heiland begrüßen, und als kurz nach den Junitagen die antirepublikanische Partei sich wieder verselbständigte, erlaubten ihr die Militärdiktatur und der Belagerungszustand von Paris, nur sehr schüchtern und vorsichtig die Fühlhörner auszustrecken.

Seit 1830 hatte sich die bourgeoisrepublikanische Fraktion in ihren Schriftstellern, ihren Wortführern, ihren Kapazitäten, ihren Ambitionen, ihren Deputierten, Generalen, Bankiers und Advokaten um ein Pariser Journal gruppiert, um den "National". In den Provinzen besaß er seine Filialzeitungen. Die Koterie des "National", das war die Dynastie der trikoloren Republik. Sofort bemächtigten sie sich aller Staatswürden, der Ministerien, der Polizeipräfektur, der Postdirektion, der Präfektenstellen, der freigewordenen höheren Offiziersposten in der Armee. An der Spitze der Exekutivgewalt stand ihr General, Cavaignac; ihr Redakteur en chef, Marrast, wurde der permanente Präsident der konstituierenden Nationalversammlung. In seinen Salons machte er als Zeremonienmeister zugleich die Honneurs der honetten Republik.

Selbst revolutionäre französische Schriftsteller haben den Irrtum befestigt, aus einer Art Scheu vor der republikanischen Tradition, als hätten die Royalisten in der konstituierenden Nationalversammlung geherrscht. Die konstituierende Versammlung blieb vielmehr seit den Junitagen die ausschließliche Vertreterin des Bourgeoisrepublikanismus, und um so entschiedener kehrte sie diese Seite hervor, je mehr der Einfluß der trikoloren Republikaner außerhalb der Versammlung zusammenbrach. Galt es die Form der bürgerlichen Republik behaupten, so verfügte sie über die Stimmen der demokratischen Republikaner, galt es den Inhalt, so trennte selbst die Sprechweise sie nicht mehr von den royalistischen Bourgeoisfraktionen, denn die Interessen der Bourgeoisie, die materiellen Bedingungen ihrer Klassenherrschaft und Klassenexploitation bilden eben den Inhalt der bürgerlichen Republik.

Nicht der Royalismus also, der Bourgeoisrepublikanismus verwirklichte sich im Leben und in den Taten dieser konstituierenden Versammlung, die schließlich nicht starb, auch nicht getötet wurde, sondern verfaulte.

Während der ganzen Dauer ihrer Herrschaft, solange sie im Proszenium die Haupt- und Staatsaktion spielte, wurde im Hintergrund ein ununterbrochenes Opferfest aufgeführt - die fortlaufende standrechtliche Verurteilung der gefangenen Juniinsurgenten oder ihre Deportation ohne Urteil. Die konstituierende Versammlung hatte den Takt, zu gestehen, daß sie in den Juniinsurgenten nicht Verbrecher richte, sondern Feinde ekrasiere.

Die erste Tat der konstituierenden Nationalversammlung war die Niedersetzung einer Untersuchungskommission über die Ereignisse des Juni und des 15. Mai und über die Beteiligung der sozialistischen und demokratischen Parteichefs an diesen Tagen. Die Untersuchung war direkt gerichtet gegen Louis Blanc, Ledru-Rollin und Caussidière. Die Bourgeoisierepublikaner brannten vor Ungeduld, sich dieser Rivalen zu entledigen. Die Durchführung ihrer Ranküne konnten sie keinem passenderen Subjekt anvertrauen als Herrn Odilon Barrot, dem ehemaligen Chef der dynastischen Opposition, dem leibgewordenen Liberalismus, der nullité grave , der gründlichen Seichtigkeit, die nicht nur eine Dynastie zu rächen hatte, sondern sogar den Revolutionären Rechenschaft abzuverlangen für eine vereitelte Ministerpräsidentschaft. Sichere Garantie für seine Unerbittlichkeit. Dieser Barrot also wurde zum Präsidenten der Untersuchungskommission ernannt, und er konstruierte einen vollständigen Prozeß gegen die Februarrevolution, der sich dahin zusammenfaßt: 17. März Manifestation, 16. April Komplott, 15. Mai Attentat, 23. Juni Bürgerkrieg! Warum erstreckte er seine gelehrten und kriminalistischen Forschungen nicht bis zum 24. Februar? Das "Journal des Débats" antwortete: Der 24. Februar, das ist die Gründung Roms. Der Ursprung der Staaten verläuft sich in eine Mythe, an die man glauben, die man nicht diskutieren darf. Louis Blanc und Caussidière wurden den Gerichten preisgegeben. Die Nationalversammlung vervollständigte das Werk ihrer eigenen Säuberung, das sie am 15. Mai begonnen hatte.

Der von der provisorischen Regierung gefaßte, von Goudchaux wiederaufgenommene Plan einer Besteuerung des Kapitals - in der Form einer Hypothekensteuer - wurde von der konstituierenden Versammlung verworfen, das Gesetz, welche die Arbeitszeit auf 10 Stunden beschränkte, abgeschafft, die Schuldhaft wieder eingeführt, von der Zulassung zu der Jury der große Teil der französischen Bevölkerung ausgeschlossen, der weder lesen noch schreiben kann. Warum nicht auch vom Stimmrecht? Die Kaution für die Journale wurde wieder eingeführt, das Assoziationsrecht beschränkt. -

Aber in ihrer Hast, den alten bürgerlichen Verhältnissen ihre alten Garantien wiederzugeben und jede Spur auszulöschen, welche die Revolutionswellen zurückgelassen hatten, stießen die Bourgeoisrepublikaner auf einen Widerstand, der mit unerwarteter Gefahr drohte.

Niemand hatte fanatischer in den Junitagen gekämpft für die Rettung des Eigentums und die Wiederherstellung des Kredits, als die Pariser Kleinbürger - Caféwirte, Restauranten, marchands de vins , kleine Kaufleute, Krämer, Professionisten usw. Die Boutique hatte sich aufgerafft und war gegen die Barrikade marschiert, um die Zirkulation herzustellen, die von der Straße in die Boutique führt, Aber hinter der Barrikade standen die Kunden und die Schuldner, vor ihr die Gläubiger der Boutique. Und als die Barrikaden niedergeworfen und die Arbeiter ekrasiert waren und die Ladenhüter siegestrunken zu ihren Läden zurückstürzten, fanden sie den Eingang verbarrikadiert von einem Retter des Eigentums, einem offiziellen Agenten des Kredits, der ihnen die Drohbriefe entgegenhielt: Verfallener Wechsel! Verfallener Hauszins! Verfallender Schuldbrief! Verfallene Boutique! Verfallener Boutiquier!

Rettung des Eigentums! Aber das Haus, das sie bewohnten, war nicht ihr Eigentum; der Laden, den sie hüteten, war nicht ihr Eigentum; die Waren, die sie verhandelten, waren nicht ihr Eigentum. Nicht ihr Geschäft, nicht der Teller, woraus sie aßen, nicht das Bett, worin sie schliefen, gehörte ihnen noch. Ihnen gegenüber galt es gerade, dies Eigentum zu retten für den Hausbesitzer, der das Haus verliehen, den Bankier, der den Wechsel diskontiert, den Kapitalisten, der die baren Vorschüsse gemacht, den Fabrikanten, der die Waren zum Verkaufe diesen Krämern anvertraut, den Großhändler, der die Rohstoffe diesen Professionisten kreditiert hatte. Wiederherstellung des Kredits! Aber der wieder erstarkte Kredit bewährte sich eben als ein lebendiger und eifriger Gott, indem er den zahlungsunfähigen Schuldner aus seinen vier Mauern verjagte, mit Weib und Kind, seine Scheinhabe dem Kapital preisgab und ihn selbst in den Schuldturm warf, der sich über den Leichen der Juniinsurgenten drohend wieder aufgerichtet hatte.

Die Kleinbürger erkannten mit Schrecken, daß sie ihren Gläubigern sich widerstandslos in die Hände geliefert, indem sie die Arbeiter niedergeschlagen hatten. Ihr seit dem Februar chronisch sich hinschleppender und scheinbar ignorierter Bankerott wurde nach dem Juni offen erklärt.

Ihr nominelles Eigentum hatte man so lange unangefochten gelassen, als es galt, sie auf den Kampfplatz zu treiben, im Namen des Eigentums. Jetzt, nachdem die große Angelegenheit mit dem Proletariat geregelt war, konnte auch das kleine Geschäft mit dem Epiciér wieder geregelt werden. In Paris betrug die Masse der leidenden Papiere über 21 Millionen Francs, in den Provinzen über 11 Millionen. Geschäftliche Inhaber von mehr als 7.000 Häusern hatten ihre Miete seit Februar nicht gezahlt.

Hatte die Nationalversammlung eine Enquête über die politische Schuld bis zu den Grenzen des Februar hinauf angestellt, so verlangten nun die Kleinbürger ihrerseits eine Enquête über die bürgerlichen Schulden bis zum 24. Februar. Sie versammelten sich massenhaft in der Börsenhalle und forderten drohend für jeden Kaufmann, der nachweisen könne, daß er nur durch die von der Revolution hervorgerufene Stockung fallit geworden und sein Geschäft am 24. Februar gut stand, Verlängerung des Zahlungstermins durch handelsgerichtliches Urteil und Nötigung des Gläubigers, für eine mäßige Prozentzahlung seine Forderung zu liquidieren. Als Gesetzesvorlage wurde diese Frage in der Nationalversammlung verhandelt unter der Form der "concordats à l'amiable" <"freundschaftlichen Verständigung">. Die Versammlung schwankte; da erfuhr sie plötzlich, daß gleichzeitig an der Porte St.Denis Tausende von Frauen und Kindern der Insurgenten eine Amnestiepetition vorbereiteten.

In Gegenwart des wiedererstandenen Junigespenstes erzitterten die Kleinbürger und gewann die Versammlung ihre Unerbittlichkeit wieder. Die concordats à l'amiable, die freundschaftliche Verständigung zwischen Gläubiger und Schuldner wurde in ihren wesentlichen Punkten verworfen.

Nachdem also längst innerhalb der Nationalversammlung die demokratischen Vertreter der Kleinbürger von den republikanischen Vertretern der Bourgeoisie zurückgestoßen waren, erhielt dieser parlamentarische Bruch seinen bürgerlichen, reellen ökonomischen Sinn, indem die Kleinbürger als Schuldner den Bourgeois als Gläubigern preisgegeben wurden. Ein großer Teil der ersteren wurde vollständig ruiniert und dem Rest nur gestattet, sein Geschäft fortzuführen unter Bedingungen, die ihn zum unbedingten Leibeigenen des Kapitals machten. Am 22. August 1848 verwarf die Nationalversammlung die concordats à l'aimable, am 19. September 1848, mitten im Belagerungszustand, wurden der Prinz Louis Bonaparte und der Gefangene von Vincennes, der Kommunist Raspail, zu Repräsentanten von Paris gewählt. Die Bourgeoisie aber wählte den jüdischen Wechsler und Orleanisten Fould. Also von allen Seiten auf einmal offene Kriegserklärung gegen die konstituierende Nationalversammlung, gegen den Bourgeoisrepublikanismus, gegen Cavaignac.

Es bedarf keiner Ausführung, wie der massenhafte Bankerott der Pariser Kleinbürger seine Nachwirkungen weit über die unmittelbar Getroffenen fortwälzen und den bürgerlichen Verkehr abermals erschüttern mußte, während das Staatsdefizit durch die Kosten der Juniinsurrektion von neuem anschwoll, die Staatseinnahme durch die aufgehaltene Produktion, den eingeschränkten Konsum und die abnehmende Einfuhr beständig sank. Cavaignac und die Nationalversammlung konnten zu keinem anderen Mittel ihre Zuflucht nehmen als zu einer neuen Anleihe, die sie noch tiefer in das Joch der Finanzaristokratie hineinzwängte.

Hatten die Kleinbürger als Frucht des Junisieges den Bankerott und die gerichtliche Liquidation geerntet, so fanden dagegen die Janitscharen Cavaignacs, die Mobilgarden, ihren Lohn in den weichen Armen der Loretten und empfingen sie, "die jugendlichen Retter der Gesellschaft", Huldigungen aller Art in den Salons von Marrast, des gentilhomme der Trikolore, der zugleich den Amphitron und den Troubadour der honetten Republik abgab. Unterdessen erbitterte diese gesellschaftliche Bevorzugung und der ungleich höhere Sold der Mobilgarden die Armee, während gleichzeitig alle nationalen Illusionen verschwanden, womit der Bourgeoisrepublikanismus durch sein Journal, den "National", einen Teil der Armee und der Bauernklasse unter Louis-Philippe an sich zu fesseln gewußt hatte. Die Vermittlungsrolle, welche Cavaignac und die Nationalversammlung in Norditalien spielten, um es gemeinsam mit England an Österreich zu verraten - dieser eine Tag der Herrschaft vernichtete achtzehn Oppositionsjahre des "National". Keine Regierung weniger national als die des "National", keine abhängiger von England, und unter Louis-Philippe lebte er von der täglichen Umschreibung des Catonischen : Carthaginem esse delendam ; keine serviler gegen die Heilige Allianz, und von einem Guizot hatte er die Zerreißung der Wiener Verträge verlangt. Die geschichtliche Ironie machte Bastide, den Exredakteur der auswärtigen Angelegenheiten des "National", zum Minister der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs, damit er jeden seiner Artikel durch jede seiner Depeschen widerlege.

Einen Augenblick hatten Armee und Bauernklasse geglaubt, mit der Militärdiktatur sei gleichzeitig der Krieg nach außen und die "gloire" auf die Tagesordnung Frankreichs gesetzt. Aber Cavaignac, das war nicht die Diktatur des Säbels über die bürgerliche Gesellschaft, das war die Diktatur der Bourgeoisie durch den Säbel. Und sie brauchten jetzt vom Soldaten nur noch den Gendarmen. Cavaignac verbarg unter den strengen Zügen antik-republikanischer Resignation die fade Unterwürfigkeit unter die demütigenden Bedingungen seines bürgerlichen Amtes. L'argent n'a pas de maître! Das Geld hat keinen Herrn! Diesen alten Wahlspruch des tiers-état idealisierte er, wie überhaupt die konstituierende Versammlung, indem sie ihn in die politische Sprache übersetzten: Die Bourgeoisie hat keinen König, die wahre Form ihrer Herrschaft ist die Republik.

Um diese Form ausarbeiten, eine republikanische Konstitution anfertigen, darin bestand das "große organische Werk" der konstituierenden Nationalversammlung. Die Umtaufung des christlichen Kalenders in einen republi-kanischen, des heiligen Bartholomäus in den heiligen Robespierre, ändert nicht mehr an Wind und Wetter, als diese Konstitution an der bürgerlichen Gesellschaft veränderte oder verändern sollte. Wo sie über Kostümwechsel hinausging, nahm sie vorhandene Tatsachen zu Protokoll. So registrierte sie feierlich die Tatsache der Republik, die Tatsache des allgemeinen Stimmrechts, die Tatsache einer einzigen souveränen Nationalversammlung an der Stelle der zwei beschränkten konstitutionellen Kammern. So registrierte und regelte sie die Tatsache der Diktatur Cavaignacs, indem sie das stationäre, unverantwortliche Erbkönigtum durch ein ambulantes, verantwortliches Wahlkönigtum ersetzte, durch eine vierjährige Präsidentschaft. So erhob sie nicht minder zum konstituierenden Gesetz die Tatsache der außerordentlichen Gewalt, womit die Nationalversammlung nach dem Schrecken des 15. Mai und des 25. Juni im Interesse der eigenen Sicherheit vorsorglich ihren Präsidenten bekleidet hatte. Der Rest der Konstitution war das Werk der Terminologie. Von dem Räderwerk der alten Monarchie wurden die royalistischen Etiketten abgerissen und republikanische aufgeklebt. Marrast, ehemaliger Redakteur en chef des "National", nunmehr Redakteur en chef der Konstitution, entledigte sich dieser akademischen Aufgabe nicht ohne Talent.

Die konstituierende Versammlung glich jenem chilenischen Beamten, der die Grundeigentumsverhältnisse durch eine Katastermessung fester regulieren wollte, in demselben Augenblick, wo der unterirdische Donner schon die vulkanische Eruption angekündigt hatte, die den Grund und Boden selbst unter seinen Füßen wegschleudern sollte. Während sie in der Theorie die Formen abzirkelte, worin die Herrschaft der Bourgeoisie republikanisch ausgedrückt wurde, behauptete sie sich in der Wirklichkeit nur durch die Aufhebung aller Formeln, durch die Gewalt sans phrase , durch den Belagerungszustand. Zwei Tage, bevor sie ihr Verfassungswerk begann, proklamierte sie seine Fortdauer. Verfassungen wurden früher gemacht und angenommen, sobald der gesellschaftliche Umwälzungsprozeß an einem Ruhepunkte angelangt war, die neugebildeten Klassenverhältnisse sich befestigt hatten und die ringenden Fraktionen der herrschenden Klasse zu einem Kompromiß flüchteten, der ihnen erlaubte, den Kampf unter sich fortzusetzen und gleichzeitig die ermattete Volksmasse von demselben auszuschließen. Dies Konstitution dagegen sanktionierte keine gesellschaftliche Revolution, sie sanktionierte den augenblicklichen Sieg der alten Gesellschaft über die Revolution.

In dem ersten Konstitutionsentwurf, verfaßt vor den Junitagen, befand sich noch das "droit au travail", das Recht auf Arbeit, erste unbeholfene Formel, worin sich die revolutionären Ansprüche des Proletariats zusammenfassen. Es wurde verwandelt in das droit à l'assistance, in das Recht auf öffentliche Unterstützung, und welcher moderne Staat ernährt nicht in der einen oder andern Form seine Paupers? Das Recht auf Arbeit ist im bürgerlichen Sinn ein Widersinn, ein elender, frommer Wunsch, aber hinter dem Rechte auf Arbeit steht die Gewalt über das Kapital, hinter der Gewalt über das Kapital die Aneignung der Produktionsmittel, ihre Unterwerfung unter die assoziierte Arbeiterklasse, also die Aufhebung der Lohnarbeit, des Kapitals und ihres Wechselverhältnisses. Hinter dem "Recht auf Arbeit" stand die Juniinsurrektion. Die konstituierende Versammlung, welche das revolutionäre Proletariat faktisch hors la loi, außerhalb des Gesetzes stellte, sie mußte seine Formel prinzipiell aus der Konstitution, dem Gesetz der Gesetze, herauswerfen, ihr Anathem verhängen über das "Recht auf Arbeit". Aber hier blieb sie nicht stehn. Wie Plato in seiner Republik die Poeten, verbannte sie aus der ihrigen auf ewige Zeiten - die Progressivsteuer. Und die Progressivsteuer ist nicht nur eine bürgerliche Maßregel, ausführbar innerhalb der bestehenden Produktionsverhältnisse auf größerer oder kleinerer Stufenleiter; sie war das einzige Mittel, die mittleren Schichten der bürgerlichen Gesellschaft an die "honette" Republik zu fesseln, die Staatsschuld zu reduzieren, der antirepublikanischen Majorität der Bourgeoisie Schach zu bieten.

Bei Gelegenheit des concordats à l'amiable hatten die trikoloren Republikaner die kleine Bourgeoisie tatsächlich der großen geopfert. Dies vereinzelte Faktum erhoben sie zum Prinzip durch die gesetzliche Interdiktion der Progressivsteuer. Sie setzten die bürgerliche Reform auf gleiche Stufe mit der proletarischen Revolution. Aber welche Klasse blieb dann als Halt ihrer Republik? Die große Bourgeoisie. Und deren Masse war antirepublikanisch. Wenn sie die Republikaner des "National" ausbeutete, um die alten ökonomischen Lebensverhältnisse wieder zu befestigen, so gedachte sie die wiederbefestigten gesellschaftlichen Verhältnisse andrerseits auszubeuten, um die ihnen entsprechenden politischen Formen wiederherzustellen. Schon Anfang Oktober sah Cavaignac sich gezwungen, Dufaure und Vivien, ehemalige Minister Louis-Philippes, zu Ministern der Republik zu machen, so sehr die kopflosen Puritaner seiner eigenen Partei grollten und polterten.

Während dir trikolore Konstitution jeden Kompromiß mit der kleinen Bourgeoisie verwarf und kein neues Element der Gesellschaft an die neue Staatsform zu fesseln wußte, beeilte sie sich dagegen, einem Korps, worin der alte Staat seine verbissensten und fanatischsten Verteidiger fand, die traditionelle Unantastbarkeit wiederzugeben. Sie erhob die von der provisorischen Regierung in Frage gestellte Unabsetzbarkeit der Richter zum konstituierenden Gesetz. Der eine König, den sie abgesetzt, erstand schockweise in diesen unabsetzbaren Inquisitoren der Legalität.

Die französische Presse hat vielseitig die Widersprüche der Konstitution des Herrn Marrast auseinandergesetzt, z.B. das Nebeneinanderstehen von zwei Souveränen, der Nationalversammlung und dem Präsidenten usw. usw.

Der umfassende Widerspruch aber dieser Konstitution besteht darin: Die Klassen, deren gesellschaftliche Sklaverei sie verewigen soll, Proletariat, Bauern, Kleinbürger, setzte sie durch das allgemeine Stimmrecht in den Besitz der politischen Macht. Und der Klasse, deren alte gesellschaftliche Macht sie sanktionierte, der Bourgeoisie, entzieht sie die politischen Garantien dieser Macht. Sie zwängt ihre politische Herrschaft in demokratische Bedingungen, die jeden Augenblick den feindlichen Klassen zum Sieg verhelfen und die Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft selbst in Frage stellen. Von den einen verlangt sie, daß sie von der politischen Emanzipation nicht zur sozialen fort-, von den anderen, daß sie von der sozialen Restauration nicht zur politischen zurückgehen.

Wenig kümmerten diese Widersprüche die Bourgeoisrepublikaner. In demselben Maße, als sie aufhörten, unentbehrlich zu sein, und unentbehrlich waren sie nur als die Vorkämpfer der alten Gesellschaft gegen das revolutionäre Proletariat, wenige Wochen nach ihrem Siege, sanken sie von der Stellung einer Partei zu der einer Koterie herab. Und die Konstitution, sie behandelten sie als eine große Intrige. Was in ihr konstituiert werden sollte, war vor allem die Herrschaft der Koterie. Der Präsident sollte der verlängerte Cavaignac sein, die legislative Versammlung eine verlängerte Konstituante. Die politische Macht der Volksmassen hofften sie zur Scheinmacht herabsetzen und mit dieser Scheinmacht selbst hinreichend spielen zu können, um über die Majorität der Bourgeoisie fortdauernd das Dilemma der Junitage zu verhängen: Reich des "National" oder Reich der Anarchie.

Das am 4. September begonnene Verfassungswerk wurde am 23. Oktober beendet. Am 2. September hatte die Konstituante beschlossen, sich nicht aufzulösen, bis die organischen, die Konstitution ergänzenden Gesetze erlassen seien. Nichtsdestoweniger entschied sie sich nun, ihr eigenstes Geschöpf, den Präsidenten, schon am 10. Dezember ins Leben zu rufen, lange bevor der Kreislauf ihres eigenen Wirkens geschlossen war. So gewiß war sie, in dem Konstitutions-Homunkulus den Sohn seiner Mutter zu begrüßen. Zur Vorsorge war die Anstalt getroffen, daß, wenn keiner der Kandidaten zwei Millionen Stimmen zähle, die Wahl von der Nation auf die Konstituante übergehe.

Vergebliche Vorkehrungen! Der erste Tag der Verwirklichung der Konstitution war der letzte Tag der Herrschaft der Konstituante. Im Abgrunde der Wahlurne lag ihr Todesurteil. Sie suchte den "Sohn seiner Mutter", und sie fand den "Neffen seines Onkels". Saulus Cavaignac schlug eine Million Stimmen, aber David Napoleon schlug sechs Millionen. Sechsmal war Saulus Cavaignac geschlagen.

Der 10. Dezember 1848 war der Tag der Bauerninsurrektion. Erst von diesem Tage an datiert der Februar für die französischen Bauern. Das Symbol, das ihren Eintritt in die revolutionäre Bewegung ausdrückte, unbeholfen-verschlagen, schurkisch-naiv, tölpelhaft-sublim, ein berechneter Aberglaube, eine pathetische Burleske, ein genial-alberner Anachronismus, eine weltgeschichtliche Eulenspiegelei, unentzifferbare Hieroglyphe für den Verstand der Zivilisierten - trug dies Symbol unverkennbar die Physiognomie der Klasse, welch innerhalb der Zivilisation die Barbarei vertritt. Die Republik hatte sich bei ihr angekündigt mit dem Steuerexekutor, sie kündigte sich bei der Republik an mit dem Kaiser. Napoleon war der einzige Mann, der die Interessen und die Phantasie der 1789 neugeschaffnen Bauernklasse erschöpfend vertreten hatte. Indem sie seinen Namen auf das Frontispiz der Republik schrieb, erklärte sie nach außen den Krieg, nach innen die Geltendmachung ihres Klasseninteresses. Napoleon, das war für die Bauern keine Person, sondern ein Programm. Mit Fahnen, mit klingendem Spiel zogen sie auf die Wahlstätte unter dem Rufe: plus d'impôts, à bas les riches, à bas le République, vive l'Empereur, Keine Steuern mehr, nieder mit den Reichen, nieder mit der Republik, es lebe der Kaiser! Hinter dem Kaiser verbarg sich der Bauernkrieg. Die Republik, die sie niedervotierte, es war die Republik der Reichen.

Der 10. Dezember war der coup d'état der Bauern, der die bestehende Regierung stürzte. Und von diesem Tage an, wo sie Frankreich eine Regierung genommen, eine Regierung gegeben hatten, war ihr Auge unverrückt auf Paris gerichtet. Einen Augenblick aktive Helden des revolutionären Dramas, konnten sie nicht mehr in die tat- und willenlose Rolle des Chors zurückgedrängt werden.

Die übrigen Klassen trugen bei, den Wahlsieg der Bauern zu vervollständigen. Die Wahl Napoleons, sie war für das Proletariat die Absetzung Cavaignacs, der Sturz der Konstituante, die Abdankung des Bourgeoisrepublikanismus, die Kassation des Junisiegs. Für die kleine Bourgeoisie war Napoleon die Herrschaft des Schuldners über den Gläubiger. Für die Majorität der großen Bourgeoisie war die Wahl Napoleons der offene Bruch mit der Fraktion, deren sie sich einen Augenblick gegen die Revolution bedienen mußte, die ihr aber unerträglich wurde, sobald sie die Stellung des Augenblicks als konstitutionelle Stellung zu befestigen suchte. Napoleon an der Stelle Cavaignacs, es war für sie die Monarchie an der Stelle der Republik, der Beginn der royalistischen Restauration, der schüchtern angedeutete Orléans, die unter Veilchen versteckte Lilie. Die Armee endlich stimmte in Napoleon gegen die Mobilgarde, gegen die Friedensidylle, für den Krieg.

So geschah es, wie die "Neue Rheinische Zeitung" sagte, daß der einfältigste Mann Frankreichs die vielfältigste Bedeutung erhielt. Eben weil er nichts war, konnte er alles bedeuten, nur nicht sich selbst. So verschieden indessen der Sinn des Namens Napoleon im Munde der verschiedenen Klassen sein mochte, jede schrieb mit diesem Namen auf ihr Bulletin: Nieder mit der Partei des "National", nieder mit Cavaignac, nieder mit der Konstituante, nieder mit der Bourgeoisrepublik. Der Minister Dufaure erklärte es öffentlich in der konstituierenden Versammlung: Der 10. Dezember ist ein zweiter 24. Februar.

Kleinbürgerschaft und Proletariat hatten en bloc für Napoleon gestimmt, um gegen Cavaignac zu stimmen und durch Zusammenhalten der Stimmen der Konstituante die schließliche Entscheidung zu entreißen. Indes stellte der fortgeschrittenste Teil beider Klassen seine eigenen Kandidaten auf. Napoleon war der Kollektivname aller gegen die Bourgeoisie koalisierten Parteien, Ledru-Rollin und Raspail waren die Eigennamen, jener der demokratischen Kleinbürgerschaft, dieser des revolutionären Proletariats. Die Stimmen für Raspail - die Proletarier und ihre sozialistischen Wortführer erklärten es laut - sollten eine bloße Demonstration sein, ebenso viele Proteste gegen jede Präsidentur, d.h. gegen die Konstitution selbst, ebenso viele Stimmen gegen Ledru-Rollin, der erste Akt, wodurch das Proletariat sich als selbständige politische Partei von der demokratischen Partei lossagte. Diese Partei dagegen - die demokratische Kleinbürgerschaft und ihr parlamentarischer Repräsentant, die Montagne - behandelten die Kandidatur Ledru-Rollins mit all dem Ernste, womit sie sich selbst zu düpieren die feierliche Angewohnheit haben. Es war dies übrigens ihr letzter Versuch, sich als selbständige Partei dem Proletariat gegenüber aufzuwerfen. Nicht nur die republikanische Bourgeoispartei, auch die demokratische Kleinbürgerschaft und ihre Montagne wurden am 10. Dezember geschlagen.

Frankreich besaß jetzt neben einer Montagne einen Napoleon, Beweis, daß beide nur die leblosen Zerrbilder der großen Wirklichkeiten waren, deren Namen sie trugen. Louis-Napoleon mit dem Kaiserhut und dem Adler parodierte nicht elender den alten Napoleon, als die Montagne mit ihren 1793 entlehnten Phrasen und ihren demagogischen Posen die alte Montagne parodierte. Der traditionelle Aberglaube an 1793 wurde so gleichzeitig abgestreift mit dem traditionellen Aberglauben an Napoleon. Die Revolution war erst bei sich selbst angelangt, sobald sie ihren eigenen, originellen Namen gewonnen hatte, und das konnte sie nur, sobald die moderne revolutionäre Klasse, das industrielle Proletariat, herrschend in den Vordergrund trat. Man kann sagen, daß der 10. Dezember die Montagne schon darum verblüffte und an ihrem eigenen Verstand irre werden ließ, weil er die klassische Analogie mit der alten Revolution durch einen schnöden Bauernwitz lachend abbrach.

Am 20. Dezember legte Cavaignac sein Amt nieder, und die konstituierende Versammlung proklamierte Louis-Napoleon als Präsidenten der Republik. Am 19. Dezember, dem letzten Tag ihrer Alleinherrschaft, verwarf sie den Antrag auf eine Amnestie der Juniinsurgenten. Das Dekret vom 27. Juni widerrufen, wodurch sie 15.000 Insurgenten mit Umgehung des richterlichen Urteils zur Deportation verdammt hatte, hieß es nicht die Junischlacht selbst widerrufen?

Odilon Barrot, der letzte Minister Louis-Philippes, wurde der erste Minister Louis-Napoleons. Wie Louis-Napoleon den Tag seiner Herrschaft nicht vom 10. Dezember datierte, sondern von einem Senatus-Konsult von 1804, so fand er einen Ministerpräsidenten, der sein Ministerium nicht vom 20. Dezember datierte, sondern von einem Königlichen Dekret vom 24. Februar. Als legitimer Erbe Louis-Philippes milderte Louis-Napoleon den Regierungswechsel durch Beibehaltung des alten Ministeriums, das zudem keine Zeit gewonnen hatte, sich abzunutzen, weil es keine Zeit gefunden hatte, ins Leben zu treten.

Die Chefs der royalistischen Bourgeoisiefraktionen rieten ihm zu dieser Wahl. Das Haupt der alten dynastischen Opposition, das bewußtlos den Übergang zu den Republikanern des "National" gebildet hatte, war noch geeigneter, mit vollem Bewußtsein den Übergang von der Bourgeoisrepublik zur Monarchie zu bilden.

Odilon Barrot war der Chef der einzigen alten Oppositionspartei, die, immer vergeblich nach dem Ministerportefeuille ringend, sich noch nicht verschlissen hatte. In rascher Aufeinanderfolge schleuderte die Revolution alle alten Oppositionsparteien auf die Staatshöhe, damit sie nicht nur in der Tat, sondern mit der Phrase selbst ihre alten Phrasen verleugnen, widerrufen mußten und schließlich, in einem widerlichen Mischkörper vereint, allzumal von dem Volke auf den Schindanger der Geschichte geschleudert würden. Und keine Apostasie wurde diesem Barrot erspart, dieser Inkorporation des bürgerlichen Liberalismus, der achtzehn Jahre hindurch die schuftige Hohlheit seines Geistes unter ein ernsttuendes Benehmen seines Körpers versteckt hatte. Wenn in einzelnen Momenten der gar zu stechende Kontrast zwischen den Disteln der Gegenwart und den Lorbeeren der Vergangenheit ihn selbst aufschreckte, gab ein Blick in den Spiegel die ministerielle Fassung und die menschliche Selbstbewunderung zurück. Was ihm aus dem Spiegel entgegenstrahlte, war Guizot, den er stets beneidet, der ihn stets gemeistert hatte, Guizot selbst, aber Guizot mit der olympischen Stirne Odilons. Was er übersah, waren die Midasohren.

Der Barrot vom 24. Februar wurde erst offenbar in dem Barrot vom 20. Dezember. Ihm, dem Orleanisten und Voltairianer, gesellte sich als Kultusminister bei - der Legitimist und Jesuit Falloux.

Wenige Tage später wurde das Ministerium des Innern an Léon Faucher, den Mathusianer überwiesen. Das Recht, die Religion, die politische Ökonomie! Das Ministerium Barrot erhielt alles dies und zudem eine Vereinigung der Legitimisten und der Orleanisten. Nur der Bonapartist fehlte. Noch versteckte Bonaparte das Gelüste, den Napoleon zu bedeuten, denn Soulouque spielte noch nicht den Toussaint-Louverture.

Sofort wurde die Partei des "National" ausgehoben aus allen höheren Posten, worin sie sich eingenistet. Polizeipräfektur, Postdirektion, Generalprokuratur, Mairie von Paris, alles wurde mit alten Kreaturen der Monarchie besetzt. Changarnier, der Legitimist, erhielt das vereinigte Oberkommando der Nationalgarde des Seine-Depatements, der Mobilgarde und der Linientruppen der ersten Militärdivision; Bugeaud, der Orleanist, wurde zum Oberbefehlshaber der Alpenarmee ernannt. Dieser Beamtenwechsel dauerte ununterbrochen fort unter der Regierung Barrot. Der erste Akt seines Ministeriums war die Restauration der alten royalistischen Administration. In einem Nu verwandelte sich die offizielle Szene - Kulissen, Kostüme, Sprache, Schauspieler, Figuranten, Statisten, Souffleure, Stellung der Parteien, Motive des Dramas, Inhalt der Kollision, die gesamte Situation. Nur die vorweltliche konstituierende Versammlung befand sich noch auf ihrem Platz. Aber von der Stunde, wo die Nationalversammlung den Bonaparte, wo Bonaparte den Barrot, wo Barrot den Changarnier installiert hatte, trat Frankreich aus der Periode der republikanischen Konstituierung in die Perioden der konstituierten Republik. Und in der konstituierten Republik, was sollte eine konstituierende Versammlung? Nachdem die Erde geschaffen war, blieb ihrem Schöpfer nichts übrig, als in den Himmel zu flüchten. Die konstituierende Versammlung war entschlossen, nicht seinem Beispiele zu folgen, die Nationalversammlung war das letzte Asyl der Partei der Bourgeoisrepublikaner. Wenn ihr alle Handhaben der exekutiven Gewalt entrissen waren, blieb ihr nicht die konstituierende Allmacht? Den souveränen Posten, den sie innehatte, unter allen Umständen behaupten und von hier aus das verlorene Terrain wiedererobern, es war ihr erster Gedanke. Das Ministerium Barrot durch ein Ministerium des "National" verdrängt, und das royalistische Personal mußte sofort die Paläste der Administration räumen, und das trikolore Personal zog triumphierend wieder ein. Die Nationalversammlung beschloß den Sturz des Ministeriums, und das Ministerium selbst bot eine Gelegenheit des Angriffs, wie die Konstituante sie nicht passender erfinden konnte.

Man erinnert sich, daß Louis Bonaparte für die Bauern bedeutete: Keine Steuern mehr! Sechs Tage saß er auf dem Präsidentenstuhl, und am siebenten Tage, am 27. Dezember, schlug sein Ministerium die Beibehaltung der Salzsteuer vor, deren Abschaffung die provisorische Regierung dekretiert hatte. Die Salzsteuer teilt mit der Weinsteuer das Privilegium, der Sündenbock des alten französischen Finanzsystems zu sein, besonders in den Augen des Landvolkes. Dem Auserwählten der Bauern konnte das Ministerium Barrot kein beißenderes Epigramm auf seine Wähler in den Mund legen als die Worte: Wiederherstellung der Salzsteuer! Mit der Salzsteuer verlor Bonaparte sein revolutionäres Salz - der Napoleon der Bauerninsurrektion zerrann wie ein Nebelbild, und es blieb nichts zurück als der große Unbekannte der royalistischen Bourgeoisintrige. Und nicht ohne Absicht machte das Ministerium Barrot diesen Akt taktlos grober Enttäuschung zum ersten Regierungsakt des Präsidenten.

Die Konstituante ihrerseits ergriff begierig die doppelte Gelegenheit, das Ministerium zu stürzen und dem Erwählten der Bauern gegenüber sich als Vertreterin des Bauerninteresses aufzuwerfen. Sie verwarf den Vorschlag des Finanzministers, reduzierte die Salzsteuer auf ein Drittel ihres früheren Betrages, vermehrte so um 60 Millionen ein Staatsdefizit von 560 Millionen und erwartete nach diesem Mißtrauensvotum ruhig den Abtritt des Ministeriums. So wenig begriff sie die neue Welt, von der sie umgeben war, und die eigene veränderte Stellung. Hinter dem Ministerium stand der Präsident, und hinter dem Präsidenten standen 6 Millionen, die ebenso viele Mißtrauensvota gegen die Konstituante in die Wahlurne niedergelegt hatten. Die Konstituante gab der Nation ihr Mißtrauensvotum zurück. Lächerlicher Austausch! Sie vergaß, daß ihre Vota den Zwangskurs verloren hatten. Die Verwerfung der Salzsteuer reifte nur den Entschluß Bonapartes und seines Ministeriums, mit der konstituierende Versammlung "zu enden". Jenes lange Duell begann, das die ganze letzte Lebenshälfte der Konstituante ausfüllt. Der 29. Januar, der 21. März, der 8. Mai sind die journées, die großen Tage dieser Krise, ebenso viele Vorläufer des 13. Juni.

Die Franzosen, z.B. Louis Blanc, haben den 29. Januar als das Heraustreten eines konstitutionellen Widerspruchs aufgefaßt, des Widerspruchs zwischen einer souveränen, unauflösbaren, aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangenen Nationalversammlung und einem Präsidenten, dem Wortlaut nach ihr verantwortlich, der Wirklichkeit nach nicht nur ebenfalls sanktioniert durch das allgemeine Stimmrecht und zudem in seiner Person alle Stimmen vereinigend, die sich auf die einzelnen Mitglieder der Versammlung verteilen und hundertfach zersplittern, sondern auch im Vollbesitz der ganzen exekutiven Gewalt, über welcher die Nationalversammlung nur als moralische Macht schwebt. Diese Auslegung des 29. Januar verwechselt die Sprache des Kampfes auf der Tribüne, durch die Presse, in den Klubs mit seinem wirklichen Inhalt. Louis Bonaparte gegenüber der konstituierenden Nationalversammlung, das war nicht die vollziehende Gewalt gegenüber der gesetzgebenden, das war die konstituierte Bourgeoisrepublik selbst gegenüber den Werkzeugen ihrer Konstituierung, gegenüber den ehrsüchtigen Intrigen und den ideologischen Forderungen der revolutionären Bourgeoisfraktion, welche sie begründet hatte und nun verwundert fand, daß ihre konstituierte Republik wie eine restaurierte Monarchie aussah, und nun gewaltsam die konstituierende Periode mit ihren Bedingungen, ihren Illusionen, ihrer Sprache und ihren Personen festhalten und die reife Bourgeoisrepublik verhindern wollte, in ihrer vollständigen und eigentümlichen Gestalt herauszutreten. Wie die konstituierende Nationalversammlung den in sie zurückgefallenen Cavaignac vertrat, so Bonaparte die noch nicht von ihm losgeschiedene gesetzgebende Nationalversammlung, d.h. die Nationalversammlung der konstituierten Bourgeoisrepublik.

Die Wahl Bonapartes konnte sich erst auslegen, indem sie an die Stelle des einen Namens seine vielsinnigen Bedeutungen setzte, indem sie sich wiederholte in der Wahl der neuen Nationalversammlung. Das Mandat der alten hatte der 10. Dezember kassiert. Was sich also am 29. Januar gegenübertrat, das waren nicht der Präsident und die Nationalversammlung derselben Republik, das war die Nationalversammlung der werdenden Republik und der Präsident der gewordenen Republik, zwei Mächte, die ganz verschiedene Perioden des Lebensprozesses der Republik verkörperten, das war die kleine republikanische Fraktion der Bourgeoisie, welche allein die Republik proklamieren, sie dem revolutionären Proletariat durch den Straßenkampf und durch die Schreckensherrschaft abringen und in der Konstitution ihre idealen Grundzüge entwerfen konnte, und andererseits die ganze royalistische Masse der Bourgeoisie, welche allein in dieser konstituierten Bourgeoisrepublik herrschen, der Konstitution ihre ideologischen Zutaten abstreifen und die unumgänglichen Bedingungen zur Unterjochung des Proletariats durch ihre Gesetzgebung und durch ihre Administration verwirklichen konnte.

Das Ungewitter, das sich am 29. Januar entlud, sammelte seine Elemente während des ganzen Monats Januar. Die Konstituante wollte durch ihr Mißtrauensvotum das Ministerium Barrot zur Abdankung treiben. Das Ministerium Barrot schlug dagegen der Konstituante vor, sich selbst ein definitives Mißtrauensvotum zu geben, ihren Selbstmord zu beschließen, ihre eigene Auflösung zu dekretieren. Rateau, einer der obskursten Deputierten, stellte der Konstituante, auf Befehl des Ministeriums, am 6. Januar diesen Antrag, derselben Konstituante, die schon im August beschlossen hatte, sich nicht aufzulösen, bis sie eine ganze Reihe organischer, die Konstitution ergänzender Gesetze erlassen hätte. Der ministerielle Fould erklärte ihr geradezu, ihre Auflösung sei nötig "zur Wiederherstellung des gestörten Kredits". Und störte sie nicht den Kredit, indem sie das Provisorium verlängerte und mit Barrot den Bonaparte und mit Bonaparte die konstituierte Republik wieder in Frage stellte? Barrot, der Olympische, zum rasenden Roland geworden durch die Aussicht, die endlich erhaschte Ministerpräsidentschaft, die ihm die Republikaner schon einmal um ein Dezennium, d.h. um zehn Monate vertagt hatten, nach kaum zweiwöchentlichem Genusse sich wieder entrissen zu sehen, Barrot übertyrranisierte dieser elenden Versammlung gegenüber den Tyrannen. Das mildeste seiner Worte war, "mit ihr sein keine Zukunft möglich". Und wirklich, sie vertrat nur noch die Vergangenheit. "Sie sei unfähig", fügte er ironisch hinzu, "die Republik mit den Institutionen zu umgeben, die zu ihrer Befestigung nötig seien." Und in der Tat! Mit dem ausschließlichen Gegensatz gegen das Proletariat war gleichzeitig ihre Bourgeoisenergie gebrochen, und mit dem Gegensatz gegen die Royalisten ihre republikanische Überschwenglichkeit neu aufgelebt. So war sie doppelt unfähig, die Bourgeoisrepublik, die sie nicht mehr begriff, durch die entsprechenden Institutionen zu befestigen.

Mit dem Vorschlag Rateaus beschwor das Ministerium gleichzeitig einen Petitonssturm im ganzen Lande herauf, und täglich flogen aus allen Winkeln Frankreichs der Konstituante Ballen von billets-doux an den Kopf, worin sie mehr oder minder kategorisch ersucht wurde, sich aufzulösen und ihr Testa-ment zu machen. Die Konstituante ihrerseits rief Gegenpetitionen hervor, worin sie sich auffordern ließ, am Leben zu bleiben. Der Wahlkampf zwischen Bonaparte und Cavaignac erneuerte sich als Petitionskampf für und gegen die Auflösung der Nationalversammlung. Die Petitionen sollten die nachträglichen Kommentare des 10. Dezember sein. Während des ganzen Januar dauerte diese Agitation fort.

In dem Konflikt zwischen der Konstituante und dem Präsidenten konnte sie nicht auf die allgemeine Wahl als ihren Ursprung zurückgehen, denn man appellierte von ihr an das allgemeine Stimmrecht. Sie konnte sich auf keine regelmäßige Gewalt stützen, denn es handelte sich um den Kampf gegen die legale Gewalt. Sie konnte das Ministerium nicht durch Mißtrauensvota stürzen, wie sie es noch einmal am 6. Januar und am 26. Januar versuchte, denn das Ministerium verlangte ihr Vertrauen nicht. Es blieb nur eine Möglichkeit, die der Insurrektion. Die Streitkräfte der Insurrektion waren der republikanische Teil der Nationalgarde, die Mobilgarde und die Zentren des revolutionären Proletariats, die Klubs. Die Mobilgarden, diese Helden der Junitage, bildeten ebenso im Dezember die organisierte Streitkraft der republikanischen Bourgeoisfraktion, wie vor dem Juni die Nationalateliers die organisierte Streitkraft des revolutionären Proletariats gebildet hatten. Wie die exekutive Kommission der Konstituante ihren brutalen Angriff auf die Nationalateliers richtete, als sie mit den unerträglich gewordenen Ansprüchen des Proletariats enden mußte, so das Ministerium Bonapartes auf die Mobilgarde, als es mit den unerträglichen Ansprüchen der revolutionären Bourgeoisfraktion enden mußte. Es verordnete die Auflösung der Mobilgarde. Die eine Hälfte derselben wurde entlassen und auf das Pflaster geworfen, die andere erhielt an der Stelle der demokratischen Organisation eine monarchische, und ihr Sold wurde auf den gewöhnlichen Sold der Linientruppen herabgesetzt. Die Mobilgarde fand sich in der Lage der Juniinsurgenten, und täglich brachte die Zeitungspresse öffentliche Beichten, worin sie ihre Schuld vom Juni bekannte und das Proletariat um Verzeihung anflehte.

Und die Klubs? Von dem Augenblick, wo die konstituierende Versammlung in Barrot den Präsidenten und in dem Präsidenten die konstituierte Bourgeoisrepublik und in der konstituierten Bourgeoisrepublik die Bourgeoisrepublik überhaupt in Frage stellte, reihten sich notwendig alle konstituierenden Elemente der Februarrepublik um sie zusammen, alle Parteien, welche die vorhandene Republik umstürzen und sie durch einen gewaltsamen Rückbildungsprozeß als die Republik ihrer Klasseninteressen und Prinzipien umgestalten wollten. Das Geschehene war wieder ungeschehen, die Kristallisationen der revolutionären Bewegung waren wieder flüssig geworden, die Republik, um die gekämpft wurde, war wieder die unbestimmte Republik der Februartage, deren Bestimmung sich jede Partei vorbehielt. Die Parteien nahmen einen Augenblick wieder ihre alten Februarstellungen ein, ohne die Illusionen des Februar zu teilen. Die trikoloren Republikaner des "National" lehnten sich wieder auf die demokratischen Republikaner der "Réforme" und drängten sie als Vorkämpfer in den Vordergrund des parlamentarischen Kampfes. Die demokratischen Republikaner lehnten sich wieder auf die sozialistischen Republikaner - am 27. Januar verkündete ein öffentliches Manifest ihre Aussöhnung und Vereinigung - und bereiteten sich in den Klubs ihren insurrektionellen Hintergrund. Die ministerielle Presse behandelte mit Recht die trikoloren Republikaner des "National" als die wiedererstandenen Insurgenten des Juni. Um sich an der Spitze der Bourgeoisrepublik zu behaupten, stellten sie die Bourgeoisrepublik selbst in Frage. Am 26. Januar schlug der Minister Faucher ein Gesetz über das Assoziationsrecht vor, dessen erster Paragraph lautete: "Die Klubs sind untersagt." Er stellte den Antrag, diesen Gesetzentwurf sofort als dringlich zur Diskussion zu bringen. Die Konstituante verwarf den Dringlichkeitsantrag, und am 27. Januar deponierte Ledru-Rollin einen Antrag auf Versetzung des Ministeriums in Anklagezustand wegen Verletzung der Konstitution, unterzeichnet von 230 Unterschriften. Die Versetzung des Ministeriums in Anklagezustand im Augenblicke, wo ein solcher Akt die taktlose Enthüllung der Ohnmacht des Richters, nämlich der Kammermajorität, war, oder ein ohnmächtiger Protest des Anklägers gegen diese Majorität selbst, das war der große revolutionäre Trumpf, den die nachgeborene Montagne von nun an auf jedem Höhepunkt der Krise ausspielte. Arme Montagne, von der Wucht ihres eigenen Namens erdrückt!

Blanqui, Barbès, Raspail usw. hatten am 15. Mai die konstituierende Versammlung zu sprengen versucht, indem sie an der Spitze des Pariser Proletariats in ihren Sitzungssaal eindrangen. Barrot bereitete derselben Versammlung einen moralischen 15. Mai vor, indem er ihre Selbstauflösung diktieren und ihren Sitzungssaal schließen wollte. Dieselbe Versammlung hatte Barrot mit der Enquête gegen die Maiangeklagten beauftragt und jetzt, in diesem Augenblicke, wo er ihr gegenüber als der royalistische Blanqui erschien, wo sie ihm gegenüber in den Klubs, bei den revolutionären Proletariern, in der Partei Blanquis ihre Alliierten suchte, in diesem Augenblick folterte der unerbittliche Barrot sie mit dem Antrag, die Maigefangenen dem Geschworenengericht zu entziehen und dem von der Partei des "National" erfundenen Hochgericht, der haute cour zu überweisen. Merkwürdig, wie die aufgehetzte Angst um ein Ministerportefeuille aus dem Kopfe eines Barrot Pointen, würdig eines Beaumarchais, herausschlagen konnte! Die Nationalversammlung nach langem Schwanken nahm seinen Antrag an. Den Maiattentäter gegenüber trat sie in ihren normalen Charakter zurück.

Wenn die Konstituante dem Präsidenten und den Ministern gegenüber zur Insurrektion, so wurde der Präsident und das Ministerium der Konstituante gegenüber zum Staatsstreich gedrängt, denn sie besaßen kein gesetzliches Mittel, sie aufzulösen. Aber die Konstituante war die Mutter der Konstitution, und die Konstitution war die Mutter des Präsidenten. Mit dem Staatsstreich zerriß der Präsident die Konstitution und löschte seinen republikanischen Rechtstitel aus. Er war dann gezwungen, den imperialistischen Rechtstitel hervorzuziehen; aber der imperialistische rief den orleanistischen wach, und beide erbleichten vor dem legitimistischen Rechtstitel. Der Niederfall der legalen Republik konnte nur ihren äußersten Gegenpol in die Höhe schnellen, die legitimistische Monarchie, in dem Augenblick, wo die orleanistische Partei nur noch die Besiegte des Februar und Bonaparte nur noch der Sieger des 10. Dezember war, wo beide der republikanischen Usurpation nur noch ihre ebenfalls usurpierten monarchischen Titel entgegenhalten konnten. Die Legitimisten waren sich der Gunst des Augenblicks bewußt, sie konspirierten am offenen Tage. In dem General Changarnier konnten sie hoffen ihren Monk zu finden. Die Herankunft der weißen Monarchie wurde ebenso offen verkündet in ihren Klubs, wie in den proletarischen die der roten Republik.

Durch eine glücklich unterdrückte Emeute wäre das Ministerium allen Schwierigkeiten entgangen. "Die Gesetzlichkeit tötet uns", rief Odilon Barrot aus. Eine Emeute hätte erlaubt, unter dem Vorwand des salut public die Konstituante aufzulösen, die Konstitution im Interesse der Konstitution selbst zu verletzen. Das brutale Auftreten Odilon Barrots in der Nationalversammlung, der Antrag auf Auflösung der Klubs, die geräuschvolle Absetzung von 50 trikoloren Präfekten und ihre Ersetzung durch Royalisten, die Mißhandlung ihrer Chefs durch Changarnier, die Wiedereinsetzung Lerminiers, des schon unter Guizot unmöglichen Professors, die Duldung der legitimistischen Renommistereien - es waren ebenso viele Herausforderungen der Emeute. Aber die Emeute blieb stumm. Sie erwartete ihr Signal von der Konstituante und nicht vom Ministerium.

Endlich kam der 29. Januar, der Tag, an dem über Mathieus (de la Drôme) Antrag auf unbedingte Verwerfung des Rateauschen Antrag entschieden werden sollte. Legitimisten, Orleanisten, Bonapartisten, Mobilgarde, Montagne, Klubs, alles konspirierte an diesem Tage, jeder ebensosehr gegen den angeblichen Feind als gegen den angeblichen Bundesgenossen. Bonaparte, hoch zu Roß, musterte einen Teil der Truppen auf dem Konkordiaplatz, Changarnier schauspielerte mit einem Aufwand strategischer Manöver, die Konstituante fand ihr Sitzungsgebäude militärisch besetzt. Sie, der Mittelpunkt aller sich durchkreuzenden Hoffnungen, Befürchtungen, Erwartungen, Gärungen, Spannungen, Verschwörungen, die löwenmütige Versammlung schwankte keinen Augenblick, als sie dem Weltgeist näher trat denn sonst. Sie glich jenem Kämpfer, der nicht nur den Gebrauch seiner eigenen Waffe fürchtete, sondern sich auch verpflichtet fühlte, die Waffen seines Gegners unversehrt zu erhalten. Mit Todesverachtung unterzeichnete sie ihr eigenes Todesurteil und verwarf die unbedingte Verwerfung des Rateauschen Antrages. Selbst im Belagerungszustand setzte sie einer konstituierenden Tätigkeit Grenzen, deren notwendiger Rahmen der Belagerungszustand von Paris gewesen war. Sie rächte sich ihrer würdig, indem sie am anderen Tage eine Enquête über den Schrecken verhängte, den ihr das Ministerium am 29. Januar eingejagt hatte. Die Montagne bewies ihren Mangel an revolutionärer Energie und politischem Verstand, indem sie von der Partei des "National" sich als Rufer im Streit in dieser großen Intrigenkomödie verbrauchen ließ. Die Partei des "National" hatte den letzten Versuch gemacht, das Monopol der Herrschaft, das sie während der Entstehungsperiode der Bourgeoisrepublik besaß, in der konstituierten Republik weiter zu behaupten. Sie war gescheitert.

Handelte es sich in der Januarkrise um die Existenz der Konstituante, so in der Krise vom 21. März um die Existenz der Konstitution, dort um das Personal der Nationalpartei, hier um ihr Ideal. Es bedarf keiner Andeutung, daß die honetten Republikaner das Hochgefühl ihrer Ideologie wohlfeiler preisgaben als den weltlichen Genuß der Regierungsgewalt.

Am 21. März stand auf der Tagesordnung der Nationalversammlung Fauchers Gesetzentwurf gegen das Assoziationsrecht: Die Unterdrückung der Klubs. Artikel 8 der Konstitution garantiert allen Franzosen das Recht, sich zu assoziieren. Die Untersagung der Klubs war also eine unzweideutige Verletzung der Konstitution, und die Konstituante selbst sollte die Schändung ihrer Heiligen kanonisieren. Aber die Klubs, das waren die Sammelpunkte, die Konspirationssitze des revolutionären Proletariats. Die Nationalversammlung selbst hatte die Koalition der Arbeiter gegen ihre Bourgeois untersagt. Und die Klubs, was waren sie anderes als eine Koalition der gesamten Arbeiterklasse gegen die gesamte Bourgeoisklasse, die Bildung eines Arbeiterstaats gegen den Bourgeoisstaat? Waren es nicht ebenso viele konstituierende Versammlungen des Proletariats und ebenso viele schlagfertige Armeeabteilungen der Revolte? Was die Konstitution vor allem konstituieren sollte, es war die Herrschaft der Bourgeoisie. Die Konstitution konnte also offenbar unter dem Assoziationsrecht nur die mit der Herrschaft der Bourgeoisie, d.h. mit der bürgerlichen Ordnung in Einklang befindlichen Assoziationen verstehen. Wenn sie sich aus theoretischem Anstand allgemein ausdrückte, war nicht die Regierung da und die Nationalversammlung, um sie im besonderen Fall auszulegen und anzuwenden? Und wenn in der urweltlichen Epoche der Republik die Klubs tatsächlich untersagt waren durch den Belagerungszustand, mußten sie nicht in der geregelten, konstituierten Republik untersagt sein durch das Gesetz? Die trikoloren Republikaner hatten dieser prosaischen Auslegung der Konstitution nichts entgegenzuhalten als die überschwengliche Phrase der Konstitution. Ein Teil derselben, Pagnerre, Duclerc etc. stimmte für das Ministerium und verschaffte ihm so die Majorität. Der andere Teil, den Erzengel Cavaignac und den Kirchenvater Marrast an der Spitze, zog sich, nachdem der Artikel über die Untersagung der Klubs durch durchgegangen war, mit Ledru-Rollin und der Montagne vereint, in einen besonderen Bürosaal zurück - "und hielten einen Rat". - Die Nationalversammlung war gelähmt, sie zählte nicht mehr die beschlußfähige Stimmzahl. Zur rechten Zeit erinnerte Herr Crémieux in dem Bürosaal, daß von hier der Weg direkt auf die Straße führe und daß man nicht mehr Februar 1848 zähle, sondern März 1849. Die Partei des "National", plötzlich erleuchtet, kehrte in den Sitzungssaal der Nationalversammlung zurück, hinter ihr die abermals düpierte Montagne, die, beständig gequält von revolutionären Gelüsten, ebenso beständig nach konstitutionellen Möglichkeiten haschte und sich immer noch mehr auf ihrem Platze fühlte hinter den Bourgeoisrepublikanern als vor dem revolutionären Proletariat. So war die Komödie gespielt. Und die Konstituante selbst hatte dekretiert, daß die Verletzung des Wortlauts der Konstitution die einzig entsprechende Verwirklichung ihres Wortsinns sei.

Es blieb nur noch ein Punkt zu regeln, das Verhältnis der konstituierten Republik zur europäischen Revolution, ihre auswärtige Politik. Am 8. Mai 1849 herrschte eine ungewohnte Aufregung in der konstituierenden Versammlung, deren Lebenstermin in wenigen Tagen ablaufen sollte. Der Angriff der französischen Armee auf Rom, ihre Zurücktreibung durch die Römer, ihre politische Infamie und ihre militärische Blamage, der Meuchelmord der römischen Republik durch die französische Republik, der erste italienische Feldzug des zweiten Bonaparte stand auf der Tagesordnung. Die Montagne hatte abermals ihren großen Trumpf ausgespielt, Ledru-Rollin hatte den unvermeidlichen Anklageakt gegen das Ministerium und diesmal auch gegen Bonaparte wegen der Verletzung der Konstitution auf den Tisch des Präsidenten niedergelegt.

Das Motiv des 8. Mai wiederholte sich später als Motiv des 13. Juni. Verständigen wir uns über die römische Expedition.

Cavaignac hatte schon Mitte November 1848 eine Kriegsflotte nach Civitavecchia expediert, um den Papst zu beschützen, an Bord zu nehmen und nach Frankreich überzusegeln. Der Papst sollte die honette Republik einsegnen und die Wahl Cavaignacs zum Präsidenten sichern. Mit dem Papst wollte Cavaignac die Pfaffen, mit den Pfaffen die Bauern und mit den Bauern die Präsidentschaft angeln. Eine Wahlreklame ihrem nächsten Zwecke nach, war die Expedition Cavaignacs gleichzeitig ein Protest und eine Drohung gegen die römische Revolution. Sie enthielt im Keim die Intervention Frankreichs zugunsten des Papstes.

Diese Intervention für den Papst mit Österreich und Neapel gegen sie römische Republik wurde beschlossen in der ersten Sitzung des Ministerrats Bonapartes am 23. Dezember. Falloux im Ministerium, das war der Papst in Rom und im Rom - des Papstes. Bonaparte brauchte den Papst nicht mehr, um der Präsident der Bauern zu werden, aber er brauchte die Konservation des Papstes, um die Bauern des Präsidenten zu konservieren. Ihre Leichtgläubigkeit hatte ihn zum Präsidenten gemacht. Mit dem Glauben verloren sie die Leichtgläubigkeit und mit dem Papste den Glauben. Und die koalisierten Orleanisten und Legitimisten, die in Bonapartes Namen herrschten! Ehe der König restauriert wurde, mußte die Macht restauriert werden, welche die Könige heiligt. Abgesehen von ihrem Royalismus: ohne das alte, seiner weltlichen Herrschaft unterworfene Rom kein Papst, ohne den Papst kein Katholizismus, ohne den Katholizismus keine französische Religion, und ohne Religion, was wurde aus der alten französischen Gesellschaft? Die Hypotheke, welche der Bauer auf die himmlischen Güter besitzt, garantiert die Hypotheke, welche die Bourgeoisie auf die Bauerngüter besitzt. Die römische Revolution war also ein Attentat auf das Eigentum, auf die bürgerliche Ordnung, furchtbar wie die Julirevolution. Die wiederhergestellte Bourgeoisherrschaft in Frankreich erheischte die Restauration der päpstlichen Herrschaft in Rom. Endlich schlug man mit den römischen Revolutionären die Alliierten der französischen Revolutionäre; die Allianz der kontrerevolutionären Klassen in der konstituierten französischen Republik ergänzte sich notwendig in der Allianz der französischen Republik mit der heiligen Allianz, mit Neapel und Österreich. Der Ministerratsbeschluß vom 23. Dezember war kein Geheimnis für die Konstituante. Schon am 8. Januar hatte Ledru-Rollin das Ministerium über denselben interpelliert, das Ministerium hatte geleugnet, die Nationalversammlung war zur Tagesordnung übergegangen. Traute sie den Worten des Ministeriums? Wir wissen, daß sie den ganzen Monat Januar damit zu-brachte, ihm Mißtrauensvota zu geben. Aber wenn es in seiner Rolle war zu lügen, war es in ihrer Rolle, den Glauben an die Lüge zu heucheln und damit die republikanischen dehors zu retten.

Unterdessen war Piemont geschlagen, Karl Albert hatte abgedankt, die österreichische Armee pochte an die Tore Frankreichs. Ledru-Rollin interpellierte heftig. Das Ministerium bewies, daß es in Norditalien nur die Politik Cavaignacs und Cavaignac nur die Politik der provisorischen Regierung, d.h. Ledru-Rollins fortgesetzt habe. Diesmal erntete es von der Nationalversammlung sogar ein Vertrauensvotum und wurde autorisiert, einen gelegenen Punkt Oberitaliens temporär zu besetzen, um so der friedlichen Unterhandlung mit Österreich über die Integrität des sardinischen Gebiets und die römische Frage einen Hinterhalt zu geben. Bekanntlich wird das Schicksal Italiens auf den Schlachtfeldern Norditaliens entschieden. Mit der Lombardei und Piemont war daher Rom gefallen oder Frankreich mußte den Krieg an Österreich und damit an die europäische Kontrerevolution erklären. Hielt die Nationalversammlung plötzlich das Ministerium Barrot für den alten Wohlfahrtsausschuß? Oder sich selbst für den Konvent? Wozu also die militärische Besetzung eines Punktes in Oberitalien? Man versteckte unter diesem durchsichtigen Schleier die Expedition gegen Rom.

Am 14. April segelten 14.000 Mann unter Oudinot nach Civitavecchia, am 16. April bewilligte die Nationalversammlung dem Ministerium einen Kredit von 1.200.000 frs. zur dreimonatigen Unterhaltung einer Interventionsflotte im Mittelmeer. So gab sie dem Ministerium alle Mittel, gegen Rom zu intervenieren. Sie sah nicht, was das Ministerium tat, sie hörte nur, was es sagte. Solcher Glaube ward nicht in Israel gefunden, die Konstituante war in die Lage geraten, nicht wissen zu dürfen, was die konstituierte Republik tun mußte.

Endlich am 8. Mai wurde die letzte Szene der Komödie gespielt, die Konstituante forderte das Ministerium zu schleunigsten Maßregeln auf, um die italienische Expedition auf das ihr gesteckte Ziel zurückzuführen. Bonaparte inserierte denselben Abend einen Brief in den "Moniteur", worin er Oudinot die größte Anerkennung spendete. Am 11. Mai verwarf die Nationalversammlung den Anklageakt gegen denselben Bonaparte und sein Ministerium. Und die Montagne, die, statt diese Gewebe des Betrugs zu zerreißen, die parlamentarische Komödie tragisch nimmt, verriet sie nicht unter der erborgten Konvents-Löwenhaut das angeborene kleinbürgerliche Kalbsfell!

Die letzte Lebenshälfte der Konstituante resümiert sich dahin: Sie gesteht am 29. Januar, daß die royalistischen Bourgeoisfraktionen die natürlichen Vorgesetzten der von ihr konstituierten Republik sind, am 21. März, daß die Verletzung der Konstitution ihre Verwirklichung ist, und am 11. Mai, daß die bombastisch angekündigte passive Allianz der französischen Republik mit den ringenden Völkern ihre aktive Allianz mit der europäischen Kontrerevolution bedeutet.

Diese elende Versammlung trat von der Bühne ab, nachdem sie noch zwei Tage vor der Jahresfeier ihres Geburtstages, des 4. Mai, sich die Genugtuung gegeben hatte, den Antrag auf Amnestie der Juniinsurgenten zu verwerfen. Ihre Macht zerbrochen, von dem Volke tödlich gehaßt, zurückgestoßen, mißhandelt, verächtlich beiseite geworfen von der Bourgeoisie, deren Werkzeug sie war, gezwungen, in der zweiten Hälfte ihrer Lebensepoche die erste zu desavouieren, ihrer republikanischen Illusionen beraubt, ohne große Schöpfungen in der Vergangenheit, ohne Hoffnung in der Zukunft, bei lebendigem Leibe stückweise absterbend, wußte sie ihre eigne Leiche nur noch zu galvanisieren, indem sie den Junisieg sich beständig zurückrief und nachträglich wieder durchlebte, sich bestätigte durch die stets wiederholte Verdammung der Verdammten. Vampir, der von dem Blut der Juniinsurgenten lebte!

Sie hinterließ das Staatsdefizit, vergrößert durch die Kosten der Juniinsurrektion, durch den Ausfall der Salzsteuer, durch die Entschädigungen, die sie den Plantagenbesitzern für die Aufhebung der Negersklaverei zuwies, durch die Kosten der römischen Expedition, durch den Ausfall der Weinsteuer, deren Abschaffung sie, in den letzten Zügen liegend, noch beschloß, ein schadenfroher Greis, glücklich, seinem lachenden Erben eine kompromittierende Ehrenschuld aufzubürden.

Seit Anfang März hatte die Wahlagitation für die gesetzgebende Nationalversammlung begonnen. Zwei Hauptgruppen traten sich gegenüber, die Partei der Ordnung und die demokratisch-sozialistische oder rote Partei, zwischen beiden standen die Freunde der Konstitution, unter welchem Namen die trikoloren Republikaner des "National" eine Partei vorzustellen suchten. Die Partei der Ordnung bildete sich unmittelbar nach den Junitagen; erst nachdem der 10. Dezember ihr erlaubt hatte, die Koterie des "National", der Bourgeoisrepublikaner, von sich abzustoßen, enthüllte sich das Geheimnis ihrer Existenz, die Koalition der Orleanisten und Legitimisten zu einer Partei. Die Bourgeoisklasse zerfiel in zwei große Fraktionen, die abwechselnd, das große Grundeigentum unter der restaurierten Monarchie, die Finanzaristokratie und die industrielle Bourgeoisie unter der Julimonarchie, das Monopol der Herrschaft behauptet hatten. Bourbon war der königliche Name für den überwiegenden Einfluß der Interessen der einen Fraktion, Orléans der königliche Name für den überwiegenden Einfluß der Interessen der anderen Fraktion - das namenlose Reich der Republik war das einzige, worin beide Fraktionen in gleichmäßiger Herrschaft das gemeinsame Klasseninteresse behaupten konnten, ohne ihre wechselseitige Rivalität aufzugeben. Wenn die Bourgeoisrepublik nichts anderes sein konnte, als die vervollständigte und rein herausgetretene Herrschaft der gesamten Bourgeoisklasse, konnte sie etwas anderes sein als die Herrschaft der durch die Legitimisten ergänzten Orleanisten und der durch die Orleanisten ergänzten Legitimisten, die Synthese der Restauration und der Julimonarchie? Die Bourgeoisrepublikaner des "National" vertraten keine auf ökonomischen Grundlagen beruhende große Fraktion ihrer Klasse. Sie hatten nur die Bedeutung und den historischen Titel, unter der Monarchie den beiden Bourgeoisfraktionen gegenüber, die nur ihr besonderes Regime begriffen, das allgemeine Regime der Bourgeoisklasse geltend gemacht zu haben, das namenlose Reich der Republik, das sie sich idealisierten und mit antiken Arabesken ausschmückten, worin sie aber vor allem die Herrschaft ihrer Koterie begrüßten. Wenn die Partei des "National" an ihrem eigenen Verstande irre wurde, als sie auf dem Gipfel der von ihr begründeten Republik die koalisierten Royalisten erblickte, so täuschten diese selbst sich nicht minder über die Tatsache ihrer vereinigten Herrschaft. Sie begriffen nicht, daß, wenn jede ihrer Fraktionen, für sich getrennt betrachtet, royalistisch war, das Produkt ihrer chemischen Verbindung notwendig republikanisch sein mußte, daß die weiße und die blaue Monarchie sich neutralisieren mußten in der trikoloren Republik. Gezwungen durch den Gegensatz zu dem revolutionären Proletariat und den mehr und mehr um dasselbe als Zentrum sich hindrängenden Übergangsklassen, ihre vereinten Kraft aufzubieten und die Organisation dieser vereinten Kraft zu konservieren, mußte jede der Fraktionen der Ordnungspartei, den Restaurations- und Überhebungsgelüsten der andern gegenüber, die gemeinsame Herrschaft, d.h. die republikanische Form der Bourgeoisherrschaft geltend machen. So finden wir diese Royalisten im Anfang an eine unmittelbare Restauration glaubend, später die republikanische Form konservierend mit Wutschaum, mit tödlichen Invektiven gegen sie auf den Lippen, schließlich gestehen, daß sie sich nur in der Republik vertragen können und die Restauration aufs Unbestimmte vertagen. Der Genuß der vereinigten Herrschaft selbst stärkte jede der beiden Fraktionen und machte sie noch unfähiger und unwilliger, sich der anderen unterzuordnen, d.h. die Monarchie zu restaurieren.

Die Partei der Ordnung proklamierte direkt in ihrem Wahlprogramm die Herrschaft der Bourgeoisklasse, d.h. die Aufrechterhaltung der Lebens-bedingungen ihrer Herrschaft, des Eigentums, der Familie, der Religion, der Ordnung! Sie stellte ihre Klassenherrschaft und die Bedingungen ihrer Klassenherrschaft natürlich als die Herrschaft der Zivilisation und als die notwendigen Bedingungen der materiellen Produktion wie der aus ihr hervorgehenden gesellschaftlichen Verkehrsverhältnisse dar. Die Partei der Ordnung gebot über ungeheure Geldmittel, sie organisierte die Sukkursalen in ganz Frankreich, sie hatte sämtliche Ideologen der alten Gesellschaft in ihrem Lohn, sie verfügte über den Einfluß der bestehenden Regierungsgewalt, sie besaß ein Heer unbezahlter Vasallen in der ganzen Masse der Kleinbürger und Bauern, die, der revolutionären Bewegung noch fernstehend, in den Großwürdenträgern des Eigentums die natürlichen Vertreter ihres kleinen Eigentums und seiner kleinen Vorurteile fanden; sie, die auf dem ganzen Lande in einer Unzahl kleiner Könige vertreten, konnte die Verwerfung ihrer Kandidaten als Insurrektion bestrafen, die rebellischen Arbeiter entlassen, die widerstrebenden Bauernknechte, Dienstboten, Kommis, Eisenbahnbeamten, Schreiber, sämtliche ihr bürgerlich untergeordneten Funktionäre. Sie konnte endlich stellenweise die Täuschung aufrechterhalten, daß die republikanische Konstituante den Bonaparte des 10. Dezember an der Offenbarung seiner wunderbaren Kräfte verhindert habe. Wir haben bei der Partei der Ordnung der Bonapartisten nicht gedacht. Sie waren keine ernsthafte Fraktion der Bourgeoisklasse, sondern eine Sammlung alter, abergläubischer Invaliden und junger, ungläubiger Glücksritter. - Die Partei der Ordnung siegte in den Wahlen, sie sandte die große Majorität in die gesetzgebende Versammlung.

Der koalisierten kontrerevolutionären Bourgeoisklasse gegenüber mußten sich natürlich die schon revolutionierten Teile der kleinen Bourgeoisie und der Bauernklasse mit dem Großwürdenträger der revolutionären Interessen, dem revolutionären Proletariat, verbinden. Wir haben gesehen, wie die demokratischen Wortführer der Kleinbürgerschaft im Parlament, d.h. die Montagne, durch parlamentarische Niederlagen zu den sozialistischen Wortführern des Proletariats und wie die wirkliche Kleinbürgerschaft außerhalb des Parlaments durch die concordats à l'amiable, durch die brutale Geltendmachung der Bourgeoisinteressen, durch den Bankerott zu den wirklichen Proletariern gedrängt wurden. Am 27. Januar hatten Montagne und Sozialisten ihre Aussöhnung gefeiert, im großen Februarbankett 1849 wiederholten sie ihren Vereinigungsakt. Die soziale und die demokratische, die Partei der Arbeiter und die der Kleinbürger, vereinigten sich zur sozialdemokratischen Partei, d.h. zur roten Partei.

Einen Augenblick durch die den Junitagen folgende Agonie gelähmt, hatte die französische Republik seit der Aufhebung des Belagerungszustandes, seit dem 19. Oktober, eine fortlaufende Reihe fieberhafter Aufregungen erlebt. Erst der Kampf um die Präsidentschaft; dann der Kampf des Präsidenten mit der Konstituante; der Kampf um die Klubs; der Prozeß in Bourges, der gegenüber den kleinen Gestalten des Präsidenten, der koalisierten Royalisten, der honetten Republikaner, der demokratischen Montagne, der sozialistischen Doktrinäre des Proletariats seine wirklichen Revolutionäre als urweltliche Ungeheuer erscheinen ließ, wie sie nur eine Sündflut auf der Gesellschaftsoberfläche zurückläßt oder wie sie nur einer gesellschaftlichen Sündflut vorangehn können; die Wahlagitation; die Hinrichtung der Bréa-Mörder; die fortlaufenden Preßprozesse; die gewaltsamen polizeilichen Einmischungen der Regierung in die Banketts; die frechen royalistischen Provokationen; die Ausstellung der Bilder Louis Blancs und Caussidières an dem Pranger; der ununterbrochene Kampf zwischen der konstituierten Republik und der Konstituante, der jeden Augenblick die Revolution auf ihren Ausgangspunkt zurückdrängte, der jeden Augenblick den Sieger zum Besiegten, den Besiegten zum Sieger machte und im Nu die Stellung der Parteien und Klassen, ihre Scheidungen und Bindungen umschwenkte; der rasche Gang der europäischen Kontrerevolution, der glorreiche ungarische Kampf, die deutschen Schilderhebungen, die römische Expedition, die schmähliche Niederlage der französischen Armee vor Rom - in diesem Wirbel der Bewegung, in dieser Pein der geschichtlichen Unruhe, in dieser dramatischen Ebbe und Flut revolutionärer Leidenschaften, Hoffnungen, Enttäuschungen mußten die verschiedenen Klassen der französischen Gesellschaft ihre Entwicklungsepochen nach Wochen zählen, wie sie sie früher nach halben Jahrhunderten gezählt hatten. Ein bedeutender Teil der Bauern und der Provinzen war revolutioniert. Nicht nur waren sie über den Napoleon enttäuscht, die rote Partei bot ihnen an der Stelle des Namens den Inhalt, an der Stelle der illusorischen Steuerfreiheit die Rückzahlung der den Legitimisten gezahlten Milliarde, die Regelung der Hypothek und die Aufhebung des Wuchers.

Die Armee selbst war von dem Revolutionsfieber angesteckt. Sie hatte in Bonaparte für den Sieg gestimmt, und er gab ihr die Niederlage. Sie hatte in ihm für den kleinen Korporal gestimmt, hinter dem der große revolutionäre Feldherr steckt, und er gab ihr die großen Generale wieder, hinter denen der gamaschengerechte Korporal sich birgt. Kein Zweifel, daß die rote Partei, d.h. die koalisierte demokratische Partei, wenn nicht den Sieg, doch große Triumphe feiern mußte, daß Paris, daß die Armee, daß ein großer Teil der Provinzen für sie stimmen würde. Ledru-Rollin, der Chef der Montagne, wurde von fünf Departements gewählt, kein Chef der Ordnungspartei trug einen solchen Sieg davon, kein Name der eigentlich proletarischen Partei. Diese Wahl ent-hüllt uns das Geheimnis der demokratisch-sozialistischen Partei. Wenn die Montagne, der parlamentarische Vorkämpfer der demokratischen Kleinbürgerschaft, einerseits gezwungen war, sich mit den sozialistischen Doktrinären des Proletariats zu vereinigen - das Proletariat, von der furchtbaren materiellen Niederlage des Juni gezwungen, sich durch intellektuelle Siege wieder aufzurichten, durch die Entwicklung der übrigen Klassen noch nicht befähigt, die revolutionäre Diktatur zu ergreifen, mußte sich den Doktrinären seiner Emanzipation, den sozialistischen Sektenstiftern in die Arme werfen -, stellten sich andererseits die revolutionären Bauern, die Armee, die Provinzen hinter die Montagne, die so zum Gebieter im revolutionären Heerlager wurde und durch die Verständigung mit den Sozialisten jeden Gegensatz in der revolutionären Partei beseitigt hatte. In der letzten Lebenshälfte der Konstituante vertrat sie das republikanische Pathos derselben und hatte ihre Sünden während der provisorischen Regierung, wahrend der Exekutivkommission, während der Junitage in Vergessenheit gebracht. In demselben Maße, als die Partei des "National" ihrer halben Natur gemäß sich von dem royalistischen Ministerium niederdrücken ließ, stieg die während der Allgewalt des "National" beseitigte Partei des Berges und machte sich als die parlamentarische Vertreterin der Revolution geltend. In der Tat, die Partei des "National" hatte gegen die anderen, royalistischen Fraktionen nichts einzuwenden als ehrsüchtige Persönlichkeiten und idealistische Flausen. Die Partei des Berges dagegen vertrat eine zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat schwebende Masse, deren materielle Interessen demokratische Institutionen verlangten. Den Cavaignacs und Marrasts gegenüber befanden sich Ledru-Rollin und die Montagne daher in der Wahrheit der Revolution, und aus dem Bewußtsein dieser gewichtigen Situation schöpften sie um so größeren Mut, je mehr die Äußerung der revolutionären Energie sich beschränkte auf parlamentarische Ausfälle, Niederlegung von Anklageakten, Drohungen, Stimmerhöhungen. donnernde Reden und Extreme, die nur bis zur Phrase getrieben wurden. Die Bauern befanden sich ungefähr in derselben Lage wie die Kleinbürger, sie hatten ungefähr dieselben sozialen Forderungen zu stellen. Sämtliche Mittelschichten der Gesellschaft, soweit sie in die revolutionäre Bewegung getrieben waren, mußten daher in Ledru-Rollin ihren Helden finden. Ledru-Rollin war die Personage des demokratischen Kleinbürgertums. Der Partei der Ordnung gegenüber mußten zunächst die halb konservativen, halb revolutionären und ganz utopistischen Reformatoren dieser Ordnung an die Spitze getrieben werden.

Die Partei des "National", "die Freunde der Konstitution quand même" , die républicains purs et simples wurden vollständig in den Wahlen geschlagen. Eine winzige Minorität derselben wurde in die gesetzgebende Kammer geschickt, ihre notorischsten Chefs verschwanden von der Bühne, sogar Marrast, der Redakteur en chef und der Orpheus der honetten Republik.

Am 28. Mai kam die legislative Versammlung zusammen, am 11. Juni erneuerte sich die Kollision vom 8. Mai, Ledru-Rollin legte im Namen der Montagne einen Anklageakt nieder gegen den Präsidenten und das Ministerium wegen Verletzung der Konstitution, wegen des Bombardements von Rom. Am 12. Juni verwarf die gesetzgebende Versammlung den Anklageakt, wie die konstituierende Versammlung ihn am 11. Mai verworfen hatte, aber das Proletariat trieb diesmal die Montagne auf die Straße, jedoch nicht zum Straßenkampf, sondern nur zur Straßenprozession. Es genügt zu sagen, daß die Montagne an der Spitze dieser Bewegung stand, um zu wissen, daß die Bewegung besiegt wurde und daß der Juni 1849 eine ebenso lächerliche als nichtswürdige Karikatur des Juni 1848 war. Verdunkelt wurde die große Retirade vom 13. Juni nur durch den noch größeren Schlachtbericht Changarniers, des großen Mannes, den die Partei der Ordnung improvisierte. Jede Gesellschaftsepoche braucht ihre großen Männer, und wenn sie dieselben nicht findet, erfindet sie sie, wie Helvétius sagt.

Am 20. Dezember existierte nur noch die eine Hälfte der konstituierten Bourgeoisrepublik, der Präsident, am 28. Mai wurde sie ergänzt durch die andre Hälfte, durch die gesetzgebende Versammlung. Juni 1848 hatte die sich konstituierende Bourgeoisrepublik durch eine unsagbare Schlacht gegen das Proletariat, Juni 1849 die konstituierte Bourgeoisrepublik durch eine unnennbare Komödie mit der Kleinbürgerschaft sich in das Geburtsregister der Geschichte eingemeißelt. Juni 1849 war die Nemesis für Juni 1848. Juni 1849 wurden nicht die Arbeiter besiegt, sondern die Kleinbürger gefällt, die zwischen ihnen und der Revolution standen. Juni 1849 war nicht die blutige Tragödie zwischen der Lohnarbeit und dem Kapital, sondern das gefängnisreiche und lamentable Schauspiel zwischen dem Schuldner und dem Gläubiger. Die Partei der Ordnung hatte gesiegt, sie war allmächtig, sie mußte nun zeigen, was sie war.




O 25 de Fevereiro de 1848 tinha outorgado a república à França; o 25 de Junho impôs-lhe a revolução. E depois de Junho revolução significava: transformação da sociedade burguesa, enquanto antes de Fevereiro tinha significado: transformação da forma de Estado.

A luta de Junho fora conduzida pela fracção republicana da burguesia. Com a vitória caiu-lhe necessariamente nas mãos o poder de Estado. O estado de sítio pôs-lhe aos pés sem resistência Paris amordaçada. E nas províncias reinava um estado de sítio moral: a arrogância da vitória, brutal, ameaçadora, dos burgueses e o fanatismo da propriedade, à solta, dos camponeses. De baixo, portanto, nenhum perigo!

Com a quebra do poder revolucionário dos operários quebrou-se ao mesmo tempo a influência política dos republicanos democráticos, isto é dos republicanos no sentido da pequena burguesia, representados na Comissão Executiva por Ledru-Rollin, na Assembleia Nacional Constituinte pelo partido da Montagne[43] e na imprensa pela Reforme[44]. Em 16 de Abril[45] tinham conspirado juntamente com os republicanos burgueses contra o proletariado e nas jornadas de Junho tinham-no combatido juntamente com eles. Assim, eles próprios tinham feito saltar o plano recuado donde o seu partido emergira como uma força, pois a pequena burguesia só se pode afirmar revolucionariamente contra a burguesia quando o proletariado está por detrás dela. Foram despedidos. A aliança aparente contraída com eles contra vontade e com segundas intenções durante a época do Governo provisório e da Comissão Executiva, foi abertamente quebrada pelos republicanos burgueses. Desprezados e rejeitados como aliados, desceram ao nível de satélites secundários dos tricolores aos quais não podiam arrancar qualquer concessão, mas cuja dominação tinham de apoiar todas as vezes que esta, e com ela a república, parecesse posta em questão pelas fracções burgueses anti-republicanas. Finalmente, estas fracções, orleanistas e legitimistas, encontravam-se desde o princípio em minoria na Assembleia Nacional Constituinte. Antes das jornadas de Junho, só sob a máscara do republicanismo burguês se atreviam a reagir. A vitória de Junho fez por um momento toda a França burguesa saudar em Cavaignac o seu salvador, e quando, pouco tempo depois das jornadas de Junho, o partido anti-republicano de novo se autonomizou, a ditadura militar e o estado de sítio de Paris não lhe permitiram que estendesse as antenas senão muito tímida e cautelosamente.

Desde 1830 que a fracção republicano-burguesa agrupara os seus escritores, os seus porta-vozes, as suas competências, as suas ambições, os seus deputados, generais, banqueiros e advogados em torno de um jornal de Paris, em torno do National. Nas províncias, este possuía os seus jornais-filiais. A camarilha do National era a dinastia da república tricolor. Apossou-se imediatamente de todas as honrarias do Estado, dos ministérios, da prefeitura da polícia, da direcção do correio, das prefeituras, dos postos elevados do exército que tinham ficado vagos. À frente do poder executivo encontrava-se o seu general, Cavaignac. O seu redactor en chef, Marrast, passou a ser o presidente permanente da Assembleia Nacional Constituinte. Ao mesmo tempo, nos seus salões, fazia, como mestre de cerimónias, as honras da república honesta.

Até escritores franceses revolucionários, por uma espécie de timidez perante a tradição republicana, reforçaram o erro de que os realistas (Royalisten) teriam dominado na Assembleia Nacional Constituinte. Pelo contrário, desde as jornadas de Junho a Assembleia Constituinte permanecia a representante exclusiva do republicanismo burguês e dava relevo a esta faceta de um modo tanto mais decidido quanto mais a influência dos republicanos tricolores fora da Assembleia se desmoronava. Se se tratava de afirmar a forma da república burguesa, ela dispunha dos votos dos republicanos democráticos; se se tratava do conteúdo, a sua própria maneira de falar já não a separava das fracções burguesas realistas, pois os interesses da burguesia, as condições materiais da sua dominação de classe e exploração de classe constituem precisamente o conteúdo da república burguesa.

Não era portanto o monarquismo (Royalismus), mas o republicanismo burguês que se realizava na vida e nos actos desta Assembleia Constituinte que finalmente nem morria nem era morta, mas apodrecia.

Ao longo de toda a duração da sua dominação enquanto representava no proscénio a acção principal[46], representava-se ao fundo da cena uma ininterrupta celebração sacrificial: as contínuas condenações pelos tribunais marciais dos insurrectos de Junho presos ou a sua deportação sem julgamento. A Assembleia Constituinte teve o tacto de confessar que, quanto aos insurrectos de Junho, não julgava criminosos mas esmagava inimigos.

A primeira acção da Assembleia Nacional Constituinte foi a nomeação de uma Comissão de Inquérito acerca dos acontecimentos de Junho e de 15 de Maio e da participação dos chefes dos partidos socialista e democrático nessas jornadas. O inquérito visava directamente Louis Blanc, Ledru-Rollin e Caussidière. Os republicanos burgueses ardiam de impaciência por se verem livres destes rivais. Não podiam confiar a execução dos seus rancores a outro sujeito mais próprio para o efeito do que o senhor Odilon Barrot. o antigo chefe da oposição dinástica, o liberalismo personificado, a nullité grave[47], a superficialidade radical, que tinha não só de vingar uma dinastia mas também de pedir contas aos revolucionários por uma presidência de ministério frustrada: Garantia segura da sua inflexibilidade. Este Barrot, nomeado assim presidente da comissão de inquérito, forjou um processo completo contra a revolução de Fevereiro que se pode resumir do seguinte modo: 17 de Março, manifestação: 16 de Abril, conspiração; 15 de Maio, atentado; 23 de Junho, guerra civil!. Por que razão não estendeu ele as suas sábias e criminalísticas investigações até ao 24 de Fevereiro? O Journal des Débats[48] respondeu: o 24 de Fevereiro é a fundação de Roma. A origem dos Estados perde-se num mito em que se deve acreditar mas que não se deve discutir. Louis Blanc e Caussidière foram entregues aos tribunais. A Assembleia Nacional completou o trabalho do seu próprio saneamento que iniciara a 15 de Maio.

O plano concebido pelo Governo provisório e retomado por Goudchaux de um imposto sobre o capital — na forma de um imposto sobre hipotecas — foi rejeitado pela Assembleia Constituinte; a lei que limitava o tempo de trabalho a 10 horas foi revogada: a prisão por dívidas, restabelecida; a grande parte da população francesa que não sabia ler nem escrever foi excluída da admissão em júris. Porque não também do sufrágio? A caução para os jornais foi introduzida de novo e o direito de associação limitado.

Todavia, na sua pressa de restituir as antigas garantias às antigas relações burguesas e eliminar todos os traços que as ondas da revolução tinham deixado, os republicanos burgueses encontraram uma resistência que ameaçava com um perigo inesperado.

Ninguém nas jornadas de Junho tinha lutado com mais fanatismo pela salvação da propriedade e pelo restabelecimento do crédito do que os pequenos burgueses de Paris: donos de cafés, de restaurantes, marchands de vins[49], pequenos comerciantes, merceeiros, artesãos, etc. A boutique[50] unira-se e marchara contra a barricada para restabelecer a circulação que vem da rua para a boutique. Atrás da barricada, porém, estavam os clientes e os devedores, à frente dela encontravam-se os credores da boutique. E quando as barricadas foram derrubadas e os operários esmagados e os donos das lojas, ébrios com a vitória, se precipitaram para as suas lojas, encontraram a entrada barricada por um salvador da propriedade, um agente oficial do crédito, brandindo-lhes as cartas cominatórias: Letra vencida! Renda vencida! Título de dívida vencido! Boutique vencida! Boutiquier vencido!

Salvação da propriedade! Mas a casa em que viviam não era propriedade sua; a loja que tinham não era propriedade sua; as mercadorias em que negociavam não eram propriedade sua. Nem o negócio, nem o prato em que comiam, nem a cama em que dormiam lhes pertencia ainda. Tratava-se, pois, precisamente, de salvar esta propriedade para o dono da casa que a alugara, para o banqueiro que descontara as letras, para o capitalista que adiantara o dinheiro, para o fabricante que confiara as mercadorias a esses merceeiros para as vender, para o grande comerciante que fornecera a crédito as matérias-primas a estes artesãos. Restabelecimento do crédito! Mas o crédito de novo robustecido revelou-se precisamente como um deus vivo e fervoroso expulsando das suas quatro paredes, com mulher e filhos, o devedor insolvente, entregando os seus haveres ilusórios ao capital e atirando-o para a prisão por dívidas que, de novo, se erguera ameaçadora sobre os cadáveres dos insurrectos de Junho.

Os pequenos burgueses reconheceram com pavor que, ao derrotarem os operários, se tinham entregue sem resistência nas mãos dos seus credores. A sua bancarrota, que desde Fevereiro se arrastava cronicamente e parecia ignorada, manifestou-se claramente depois de Junho.

Enquanto foi necessário arrastá-los para o campo da luta em nome da propriedade não se lhes havia tocado na sua propriedade nominal. Agora que a grande questão com o proletariado estava arrumada, podia arrumar-se de novo o pequeno negócio com o épicier. Em Paris, o volume dos títulos protestados ultrapassava 21 milhões de francos, nas províncias 11 milhões. Proprietários de mais de 7 000 casas comerciais de Paris não pagavam a renda desde Fevereiro.

Como a Assembleia Nacional havia procedido a uma enquête[51] sobre a dívida política remontando até Fevereiro, os pequenos burgueses exigiram por seu lado uma enquête sobre as dívidas civis até 24 de Fevereiro. Reuniram-se em massa no salão da Bolsa e para cada comerciante que pudesse provar que a sua falência fora devida apenas à paralisação provocada pela revolução e que o seu negócio ia bem no dia 24 de Fevereiro exigiram com ameaças prolongamento do prazo de pagamento mediante sentença do Tribunal do Comércio e obrigação do credor de liquidar o seu crédito por um pagamento percentual moderado. Esta questão foi tratada na Assembleia Nacional como proposta de lei sob a forma de "concordais à l'amiable"[52]. A Assembleia estava vacilante; então, de súbito, tomou conhecimento de que, ao mesmo tempo, na Porte St. Denis, milhares de mulheres e filhos dos insurrectos preparavam uma petição de amnistia.

Ante o espectro de Junho, ressuscitado, os pequenos burgueses tremeram e a Assembleia recuperou a sua inflexibilidade. Os concordais à l'amiable, o entendimento amistoso entre credor e devedor foi rejeitado nos seus pontos essenciais.

Assim, muito tempo depois de no seio da Assembleia Nacional os representantes democráticos dos pequenos burgueses terem sido repelidos pelos representantes republicanos da burguesia, esta cisão parlamentar adquiriu o seu sentido burguês, o seu sentido económico real, quando os pequenos burgueses foram abandonados, como devedores, aos burgueses, como credores. Uma grande parte dos primeiros ficou completamente arruinada e aos restantes apenas foi permitido prosseguir o seu negócio sob condições que os tornavam servos incondicionais do capital. A 22 de Agosto de 1848, a Assembleia Nacional rejeitou os concordais à l'amiable. A 19 de Setembro de 1848, em pleno estado de sítio, o príncipe Louis Bonaparte e o preso de Vincennes, o comunista Raspail, foram eleitos deputados por Paris. A burguesia, porém, elegeu Fould, o cambista judeu e orleanista. Assim, de repente, surgiu de todos os lados ao mesmo tempo uma declaração de guerra aberta contra a Assembleia Nacional Constituinte, contra o republicanismo burguês, contra Cavaignac.

Não é preciso pormenorizar como a bancarrota em massa dos pequenos burgueses de Paris fez sentir os seus efeitos muito para além dos imediatamente atingidos e mais uma vez teve de abalar o comércio burguês, ao mesmo tempo que o défice do Estado voltava a crescer devido aos custos da insurreição de Junho e as receitas do Estado diminuíam constantemente em virtude da paralisação da produção, do consumo limitado e das importações cada vez menores. Nem Cavaignac, nem a Assembleia Nacional podiam recorrer a nenhum outro meio que não fosse um novo empréstimo que os sujeitava ainda mais à canga da aristocracia financeira.

Se, por um lado, os pequenos burgueses tinham colhido como fruto da vitória de Junho a bancarrota e a liquidação judicial, por outro, os janízaros[53] de Cavaignac, os guardas móveis, encontraram o seu pagamento nos braços macios das loretas e receberam, eles, "os jovens salvadores da sociedade", homenagens de toda a espécie nos salões de Marrast, o gentilhomme[54] da tricolor, que fazia ao mesmo tempo de anfitrião e de trovador da república honesta. Entretanto, esta preferência social e o soldo incomparavelmente mais elevado da Guarda Móvel irritava o exército, enquanto desapareciam todas as ilusões nacionais com que o republicanismo burguês por intermédio do seu jornal, o National, tinha sabido, no tempo de Louis-Philippe, prender a si uma parte do exército e da classe dos camponeses. O papel de medianeiro que Cavaignac e a Assembleia Nacional desempenharam na Itália do Norte para, juntamente com a Inglaterra, o atraiçoar em favor da Áustria — este único dia de poder anulou dezoito anos de oposição do National. Nenhum governo menos nacional que o do National; nenhum mais dependente da Inglaterra, e sob Louis-Philippe vivia ele da paráfrase diária do catoniano Carthaginem esse delendam[55]; nenhum mais servil para com a Santa Aliança, e por um Guizot tinha ele pedido o rompimento dos tratados de Viena. A ironia da história fez Bastide, ex-redactor da secção do estrangeiro do National, ministro dos Negócios Estrangeiros da França, a fim de refutar com cada despacho seu cada um dos seus artigos.

Por um momento, o exército e os camponeses tinham acreditado que, com a ditadura militar, estariam na ordem do dia da França a guerra com o exterior e a "gloire"[56]. Cavaignac, porém, não era a ditadura do sabre sobre a sociedade burguesa; era a ditadura da burguesia por meio do sabre. E agora do soldado precisavam apenas do gendarme. Por detrás dos seus traços severos de resignação de republicano da Antiguidade, Cavaignac ocultava a submissão insípida às condições humilhantes do seu cargo burguês (bürgerlichen Amtes). L'argent n'a pas de máitrel O dinheiro não tem amo! Cavaignac, tal como a Assembleia Constituinte em geral, idealizava este velho lema do tiers-état[57] traduzindo-o para a linguagem política: a burguesia não tem rei, a verdadeira forma da sua dominação é a república.

E na elaboração desta forma, a feitura de uma Constituição republicana, consistia a "grande obra orgânica" da Assembleia Nacional Constituinte. A mudança de nome do calendário cristão para um republicano, de São Bartolomeu para São Robespierre, fazia mudar o tempo e o vento tanto como esta Constituição alterava, ou deveria alterar, a sociedade burguesa. Quando ia além da troca do traje, limitava-se a lavrar em acta os factos existentes. Assim, registou solenemente o facto da república, o facto do sufrágio universal, o facto de uma única e soberana Assembleia Nacional em vez de duas Câmaras Constitucionais com atribuições limitadas. Assim, registou e legalizou o facto da ditadura de Cavaignac substituindo a monarquia hereditária, estacionária e irresponsável por uma monarquia electiva, ambulante e responsável, por uma presidência de quatro anos. Assim, elevou nada menos que a lei constituinte o facto dos poderes extraordinários com que, após os sustos de 15 de Maio e 25 de Junho, a Assembleia Nacional prudentemente, e no interesse da sua própria segurança, investira o seu presidente. O resto da Constituição foi obra de terminologia. As etiquetas realistas foram arrancadas à engrenagem da velha monarquia e substituídas por republicanas. Marrast, antigo redactor en chef do National, agora redactor en chef da Constituição, desempenhou-se, não sem talento, desta tarefa académica.

A Assembleia Constituinte assemelhava-se àquele funcionário chileno que queria regulamentar mais firmemente as relações da propriedade fundiária por meio da medição dos cadastros, no preciso momento em que o trovão subterrâneo já anunciava a erupção vulcânica que iria fazer fugir o solo sob os seus próprios pés. Enquanto na teoria traçava a compasso as formas em que a dominação da burguesia se exprimia republicanamente, na realidade só conseguia afirmar-se pela abolição de todas as fórmulas, pela força sans phrase[58], pelo estado de sítio. Dois dias antes de começar a sua obra constitucional, ela proclamou o seu prolongamento. Anteriormente tinham sido feitas e aprovadas Constituições logo que o processo de transformação social atingia um ponto de acalmia, as relações de classe recém-formadas se consolidavam e as fracções em luta da classe dominante se refugiavam num compromisso que lhes permitia continuar a luta entre si e, ao mesmo tempo, excluir dela a massa extenuada do povo. Esta Constituição, pelo contrário, não sancionava nenhuma revolução social, sancionava a vitória momentânea da velha sociedade sobre a revolução.

No primeiro projecto de Constituição[59], redigido antes das jornadas de Junho, ainda figurava o "droit au travail", o direito ao trabalho, a primeira fórmula canhestra em que se condensavam as exigências revolucionárias do proletariado. Foi transformado no droit à l'assistance, no direito à assistência pública. E que Estado moderno não alimenta, de uma maneira ou de outra, os seus pobres? No sentido burguês, o direito ao trabalho é um contra-senso, um desejo piedoso, miserável, mas por detrás do direito ao trabalho está o poder sobre o capital, por detrás do poder sobre o capital a apropriação dos meios de produção, a sua submissão à classe operária associada, portanto, a abolição do trabalho assalariado, do capital e da sua relação recíproca. Por detrás do "direito ao trabalho" encontrava-se a insurreição de Junho. A Assembleia Constituinte, que pusera efectivamente o proletariado revolucionário hors la loi, fora da lei, tinha que rejeitar, por princípio, a sua fórmula da Constituição, da lei das leis; tinha de lançar o seu anátema sobre o "direito ao trabalho". Mas não ficou por aqui. Como Platão tinha banido da sua república os poetas, assim ela baniu da sua e para a eternidade o imposto progressivo. E o imposto progressivo não é apenas uma medida burguesa, realizável em maior ou menor grau dentro das relações de produção existentes; era o único meio de amarrar as camadas médias da sociedade burguesa à república "honesta", de reduzir a dívida do Estado, de dar cheque à maioria anti-republicana da burguesia.

Por ocasião dos concordais à l'amiable, os republicanos tricolores tinham realmente sacrificado a pequena burguesia à grande. Por meio da proibição legal do imposto progressivo elevaram este facto isolado a um princípio. Puseram a reforma burguesa ao mesmo nível da revolução proletária. Mas que classe ficava então como sustentáculo da sua república? A grande burguesia, cuja massa era anti-republicana. Se explorava os republicanos do National para consolidar de novo as antigas relações de vida económica, pensou, por outro lado, explorar essas relações sociais novamente consolidadas para restabelecer as formas políticas correspondentes. Logo no princípio de Outubro, Cavaignac viu-se obrigado a nomear Dufaure e Vivien, antigos ministros de Louis-Philippe, para ministros da república, por mais que os desmiolados puritanos do seu próprio partido resmungassem e barafustassem.

A Constituição tricolor, enquanto recusava todo e qualquer compromisso com a pequena burguesia e não sabia prender à nova forma de Estado nenhum outro elemento novo da sociedade, apressava-se, em compensação, a restituir a tradicional intangibilidade a um corpo no qual o velho Estado encontrava os seus defensores mais fanáticos e encarniçados. Elevou a inamovibilidade dos juizes, posta em causa pelo Governo provisório, a lei constituiconal. O rei único que ela destronara surgia agora às centenas nestes inamovíveis inquisidores da legalidade.

A imprensa francesa analisou em múltiplos aspectos as contradições da Constituição do senhor Marrast, por exemplo, o facto de, lado a lado, existirem dois soberanos: a Assembleia Nacional e o presidente, etc, etc.

A ampla contradição desta Constituição consiste porém no seguinte: As classes cuja escravidão social deve eternizar: proletariado, camponeses, pequenos burgueses, ela coloca-as na posse do poder político por meio do sufrágio universal. E a classe cujo velho poder social sanciona, a burguesia, ela retira-lhe as garantias políticas desse poder. Comprime a sua dominação política em condições democráticas que a todo o momento favorecem a vitória das classes inimigas e põem em causa os próprios fundamentos da sociedade burguesa. A umas, exige que não avancem da emancipação política para a social, às outras, que não retrocedam da restauração social para a política.

Estas contradições incomodavam pouco os republicanos burgueses. Na mesma medida em que deixavam de ser indispensáveis, e indispensáveis só o foram enquanto defensores da velha sociedade contra o proletariado revolucionário, caíam, apenas algumas semanas depois da vitória, de uma posição de um partido para a de uma camarilha. E a Constituição manejavam-na eles como uma grande intriga. O que devia ser constituído nela era sobretudo a dominação da camarilha. O presidente devia ser o Cavaignac prolongado e a Assembleia Legislativa uma Constituinte prolongada. Esperavam reduzir o poder político das massas populares a um poder fictício e ser capazes de brincar suficientemente com esse poder fictício para agitar sem descanso perante a maioria da burguesia o dilema das jornadas de Junho: império do National ou império da anarquia.

A obra constitucional, começada a 4 de Setembro, terminou a 23 de Outubro. A 2 de Setembro, a Constituinte decidira não se dissolver até que as leis orgânicas complementares da Constituição estivessem promulgadas. Apesar disso, já em 10 de Dezembro, muito antes do ciclo da sua própria actuação estar encerrado, resolveu chamar à vida a sua criatura mais própria, o presiderite, tão segura estava de saudar na Constituição-homúnculo o filho da sua mãe. À cautela fora estabelecido que, se nenhum dos candidatos alcançasse dois milhões de votos, a eleição passaria da Nação para a Constituinte.

Vãs precauções! O primeiro dia da realização da Constituição foi o último dia da dominação da Constituinte. No abismo da urna devota estava a sua sentença de morte. Procurava o "filho da sua mãe" e encontrou o "sobrinho do seu tio". Saul Cavaignac obteve um milhão de votos, mas David Napoleão obteve seis milhões. Saul Cavaignac foi seis vezes derrotado[60].

O 10 de Dezembro de 1848 foi o dia da insurreição dos camponeses. Só a partir deste dia Fevereiro constituía uma data para os camponeses franceses. O símbolo que exprimia a sua entrada no movimento revolucionário, desajeitado e manhoso, velhaco e ingénuo, grosseiro e sublime, uma superstição calculada, um burlesco patético, um anacronismo genial e pueril, uma travessura histórico-universal, uns hieróglifos indecifráveis para a compreensão dos civilizados — esse símbolo apresentava a fisionomia inconfundível da classe que representa a barbárie no seio da civilização. A república anunciara-se perante ela com o executor de impostos; ela anunciava-se perante a república com o imperador. Napoleão era o único homem que representara, exaustivamente, os interesses e a fantasia da classe camponesa recém-criada em 1789. Ao inscrever o nome dele no frontispício da república, ela declarava guerra para o exterior e no interior fazia valer os seus interesses de classe. Para os camponeses, Napoleão não era uma pessoa mas um programa. Com bandeiras, ao som de música, dirigiam-se às assembleias de voto gritando: plus d'impôts, a bas les riches, à bas la republique, vive l'Empereur. Fora com os impostos, abaixo os ricos, abaixo a república, viva o Imperador. Por detrás do imperador escondia-se a guerra dos camponeses. A república que eles derrubavam com os votos era a república dos ricos.

10 de Dezembro foi o coup d'état[61] dos camponeses, que derrubou o Governo vigente. E a partir desse dia, em que eles tiraram um governo e deram um governo à França, os seus olhos fixaram-se em Paris. Por um momento heróis activos do drama revolucionário, já não podiam ser empurrados para o papel passivo e abúlico do coro.

As restantes classes contribuíram para completar a vitória eleitoral dos camponeses. A eleição de Napoleão significava para o proletariado a destituição de Cavaignac, a queda da Constituinte, a abdicação do republicanismo burguês, a cassação da vitória de Junho. Para a pequena burguesia, Napoleão era a dominação do devedor sobre o credor. Para a maioria da grande burguesia, a eleição de Napoleão era a rotura aberta com a fracção de que, durante um momento, teve de se servir contra a revolução, mas que se lhe tornou insuportável logo que procurou consolidar esta posição momentânea como posição constitucional. Napoleão em vez de Cavaignac era, para ela, a monarquia em vez da república, o princípio da restauração realista, o Orléans timidamente sugerido, a flor-de-lis[62] oculta entre as violetas. Finalmente, o exército votava por Napoleão contra a Guarda Móvel, contra o idílio da paz, pela guerra.

Deste modo, como escrevia a Neue Rheinische Zeitung, o homem mais simples da França adquiria o mais complexo dos significados[63]. Precisamente porque não era nada, podia significar tudo, menos ele mesmo. Todavia, por muito diferente que fosse o sentido do nome Napoleão na boca das diferentes classes, cada uma delas escrevia com este nome no seu boletim de voto: abaixo o partido do National, abaixo Cavaignac, abaixo a Constituinte, abaixo a república burguesa. O ministro Dufaure declarou abertamente na Assembleia Constituinte: o 10 de Dezembro é um segundo 24 de Fevereiro.

A pequena burguesia e o proletariado tinham votado en bloc[64] por Napoleão para votar contra Cavaignac e para, por meio da junção dos votos, arrancar à Constituinte a decisão final. Todavia, a parte mais avançada de ambas as classes apresentou os seus próprios candidatos. Napoleão era o nome colectivo de todos os partidos coligados contra a república burguesa; Ledru-Rollin e Raspail, os nomes próprios: aquele, o da pequena burguesia democrática; este, o do proletariado revolucionário. Os votos em Raspail — os proletários e os seus porta-vozes socialistas declararam-no bem alto — constituiriam uma simples manifestação, outros tantos protestos contra qualquer presidência, isto é, contra a própria Constituição, outros tantos votos contra Ledru-Rollin, o primeiro acto através do qual o proletariado, como partido político autónomo, se separava do partido democrático. Este partido, porém — a pequena burguesia democrática e o seu representante parlamentar, a Montagne — tratava a candidatura de Ledru-Rollin com toda a gravidade com que têm o hábito solene de se enganarem a si próprios. Foi, de resto, a sua última tentativa de se arvorarem em partido autónomo face ao proletariado. A 10 de Dezembro o partido burguês republicano não foi o único derrotado; foram-no também a pequena burguesia democrática e a sua Montagne.

Agora, ao lado de uma Montagne, a França possuía um Napoleão, prova de que ambos eram apenas as caricaturas sem vida das grandes realidades cujos nomes ostentavam. Louis-Napoléon, com o chapéu imperial e águia, não era mais miserável ao parodiar o velho Napoleão do que a Montagne, com as suas frases decalcadas de 1793 e as suas poses demagógicas, ao parodiar a velha Montagne. Assim, a superstição tradicional no 1793 foi abandonada ao mesmo tempo que a superstição tradicional em Napoleão. A revolução só ganhara a sua identidade no momento em que ganhara o seu nome original, próprio, e isso só o pôde fazer no momento em que a classe revolucionária moderna, o proletariado industrial, surgiu, dominante, no seu primeiro plano. Pode dizer-se que o 10 de Dezembro deixara já a Montagne confundida e desconfiada do seu próprio juízo uma vez que, rindo-se, rompera a clássica analogia com a velha revolução por meio de um grosseiro gracejo de camponês.

No dia 20 de Dezembro, Cavaignac demitiu-se do seu cargo e a Assembleia Constituinte proclamou Louis-Napoléon presidente da República. No dia 19 de Dezembro, o último dia da sua dominação exclusiva, a Assembleia rejeitou a proposta de amnistia dos insurrectos de Junho. Revogar o decreto de 27 de Junho por meio do qual, torneando a sentença judicial, havia condenado 15 000 insurrectos à deportação, não seria isso revogar a própria batalha de Junho?

Odilon Barrot, o último ministro de Louis-Philippe, tornou-se o primeiro ministro de Louis-Napoléon. Tal como Louis-Napoléon não datava a sua dominação a partir do 10 de Dezembro mas a partir de um decreto senatorial de 1804, assim ele encontrou um primeiro-ministro que não datava o seu ministério a partir de 20 de Dezembro mas a partir de um decreto real de 24 de Fevereiro. Como herdeiro legítimo de Louis-Philippe, Louis-Napoléon atenuou a mudança de governo mantendo o velho ministério que, aliás, não dispusera de tempo para se desgastar, pois nem arranjara tempo para começar a viver.

Os chefes das fracções burguesas realistas aconselharam-no a essa escolha. A cabeça da velha oposição dinástica, que inconscientemente tinha formado a transição para os republicanos do National, era ainda mais adequada para formar com plena consciência a transição da república burguesa para a monarquia.

Odilon Barrot era o chefe do único velho partido da oposição que, lutando sempre em vão por uma pasta ministerial, ainda não se tinha desgastado. Numa rápida sucessão, a revolução atirava todos os velhos partidos da oposição para os cumes do Estado a fim de que, não só nos actos, mas também na sua própria frase, tivessem de negar e revogar as suas velhas frases e de que, finalmente, reunidos numa repugnante mistura, fossem todos juntos atirados pelo povo para o monturo da história. E nenhuma apostasia foi poupada a este Barrot, essa encarnação do liberalismo burguês que, durante dezoito anos, ocultara a infame vacuidade do seu espírito debaixo do comportamento grave do seu corpo. Se, em momentos isolados, o contraste demasiado gritante entre os cardos do presente e os louros do passado a ele próprio o assustava, um simples olhar para o espelho restituía-lhe a compostura ministerial e a humana admiração por si próprio. A imagem que o espelho lhe devolvia era Guizot, que ele sempre invejou, que sempre o dominara, Guizot em pessoa, mas Guizot com a fronte olímpica de Odilon. O que ele não via eram as orelhas de Midas.

O Barrot de 24 de Fevereiro só se revelou no Barrot de 20 de Dezembro. A ele, o orleanista e voltairiano, juntou-se-lhe, como ministro do Culto, o legitimista e jesuíta Falloux.

Alguns dias mais tarde, o ministério do Interior foi entregue a Léon Faucher, o malthusiano. O Direito, a Religião, a Economia Política! O ministério Barrot continha tudo isto e também uma união de legitimistas e orleanistas. Só faltava o Bonapartista. Bonaparte ocultava ainda o apetite de significar o Napoleão, pois Soulouque ainda não representava o Toussaint-Louverture.

O partido do National foi imediatamente afastado de todos os altos cargos em que se tinha anichado. Prefeitura da polícia, direcção dos correios, procuradoria-geral, mairie[65] de Paris, tudo isto foi ocupado por velhas criaturas da monarquia. Changarnier, o letigimista, recebeu o alto comando unificado da Guarda Nacional do departamento do Sena, da Guarda Móvel e das tropas de linha da primeira divisão militar; Bugeaud, o orleanista, foi nomeado comandante em chefe do exército dos Alpes. Esta mudança de funcionários prosseguiu sem interrupção no governo Barrot. O primeiro acto do seu ministério foi a restauração da velha administração realista [royalistischen]. Num abrir e fechar de olhos a cena oficial transformou-se: cenários, guarda-roupa, linguagem, actores, figurantes, comparsas, pontos, posição dos partidos, motivos do drama, conteúdo da colisão, a situação na sua totalidade. Só a antediluviana Assembleia Constituinte se encontrava ainda no seu posto. Mas a partir da hora em que a Assembleia Nacional tinha instalado o Bonaparte, Bonaparte o Barrot, Barrot o Changarnier, a França saiu do período da constituição republicana para entrar no período da república constituída. E que é que uma Assembleia Constituinte tinha a fazer numa república constituída? Depois do mundo ter sido criado, ao seu criador restava apenas refugiar-se no céu. A Assembleia Constituinte estava resolvida a não seguir o seu exemplo. A Assembleia Nacional era o último asilo do partido dos republicanos burgueses. Se lhe tinham arrancado todas as alavancas do poder executivo, não lhe restava a omnipotência constituinte? O seu primeiro pensamento foi afirmar a todo o custo o posto soberano que detinha e, a partir daqui, reconquistar o terreno perdido. Afastado o ministério Barrot por um ministério doNational, o pessoal realista tinha de abandonar imediatamente os palácios da administração e o pessoal tricolor reentrou em triunfo. A Assembleia Nacional decidiu a queda do ministério, e o próprio ministério forneceu uma oportunidade de ataque tal que nem a Constituinte seria capaz de inventar outra melhor.

Recorde-se o que Louis Bonaparte significava para os camponeses: Fora os impostos! Esteve seis dias sentado na cadeira presidencial e ao sétimo dia, a 27 de Dezembro, o seu ministério propôs a manutenção do imposto sobre o sal, cuja abolição tinha sido decretada pelo Governo provisório. Juntamente com o imposto sobre o vinho, o imposto sobre o sal partilha o privilégio de ser o bode expiatório do velho sistema financeiro francês, especialmente aos olhos da população rural. O ministério Barrot não podia pôr na boca do eleito dos camponeses epigrama mais mordaz para os seus eleitores do que as palavras: restabelecimento do imposto sobre o sal! Com o imposto sobre o sal Bonaparte perdeu o seu sal revolucionário — o Napoleão da insurreição camponesa desfez-se como uma imagem de névoa e nada mais restou do que o grande desconhecido da intriga burguesa realista. E não foi sem intenção que o ministério Barrot fez deste acto, de desilusão desajeitadamente grosseira, o primeiro acto de governo do presidente.

Por seu lado, a Constituinte agarrou avidamente a dupla oportunidade de derrubar o ministério e de se apresentar face ao eleito dos camponeses como defensora dos interesses dos camponeses. Rejeitou a proposta do ministro das Finanças, reduziu o imposto sobre o sal a um terço do seu montante anterior, aumentando assim em 60 milhões um défice do Estado de 560 milhões e esperou tranquilamente depois desse voto de desconfiança a demissão do ministério. Quão pouco compreendia ela o novo mundo que a rodeava e a mudança da sua própria situação. Por detrás do ministério encontrava-se o presidente e por detrás dele encontravam-se 6 milhões que tinham deitado na urna outros tantos votos de desconfiança contra a Constituinte.

A Constituinte devolveu à nação o seu voto de desconfiança. Ridícula troca! Esquecia-se que os seus votos tinham perdido o curso legal. A rejeição do imposto sobre o sal apenas amadureceu a decisão de Bonaparte e do seu ministério de "acabar" com a Assembleia Constituinte. Começou aquele longo duelo que preenche toda a última metade da vida da Constituinte. O 29 de Janeiro, o 21 de Março, o 8 de Maio são as journées, os grandes dias desta crise, outros tantos precursores do 13 de Junho.

Os franceses, por exemplo Louis Blanc, interpretaram o 29 de Janeiro como a manifestação de uma contradição constitucional, a contradição entre uma Assembleia Nacional saída do sufrágio universal, soberana e indissolúvel e um presidente à letra responsável perante ela, na realidade, porém, não só igualmente sancionado pelo sufrágio universal — e além disso reunindo na sua pessoa todos os votos que se repartem e cem vezes se fragmentam por cada um dos membros da Assembleia Nacional —, mas também no pleno gozo de todo o seu poder executivo, sobre o qual a Assembleia Nacional paira apenas como poder moral. Esta interpretação do 29 de Janeiro confunde a linguagem da luta na tribuna, na imprensa, nos clubes, com o seu conteúdo real. Frente à Assembleia Nacional Constituinte, Louis Bonaparte não era apenas um poder constitucional unilateral frente a outro; não era o poder executivo frente ao legislativo; era a própria república burguesa constituída frente aos instrumentos da sua constituição, frente às intrigas ambiciosas e às exigências ideológicas da fracção burguesa revolucionária que a tinha fundado e que agora, perplexa, via que a sua república constituída se assemelhava a uma monarquia restaurada e queria manter pela força o período constituinte com as suas condições, as suas ilusões, a sua linguagem e as suas personagens, e impedir a república burguesa amadurecida de se revelar na sua forma acabada e peculiar. Tal como a Assembleia Nacional Constituinte representava o Cavaignac regressado ao seu seio, assim Bonaparte representava a Assembleia Nacional Legislativa ainda não divorciada dele, isto é, a Assembleia Nacional da república burguesa constituída.

A eleição de Bonaparte só podia explicar-se colocando no lugar de um nome os seus múltiplos significados, repetindo-se a si própria na eleição de uma nova Assembleia Nacional. O 10 de Dezembro tinha anulado o mandato da velha. Portanto, em 29 de Janeiro quem se defrontou não foi o presidente e a Assembleia Nacional da mesma república; foi, sim, a Assembleia Nacional da república que havia de ser e o presidente da república que já era, dois poderes que encarnavam períodos do processo de vida da república inteiramente diferentes; de um lado, a pequena fracção republicana da burguesia que era a única a poder proclamar a república, arrancá-la ao proletariado revolucionário por meio da luta de rua e do reinado do terror e esboçar na Constituição os seus traços ideiais; e do outro, a grande massa realista da burguesia, a única a poder dominar nesta república burguesa constituída, a retirar à Constituição os seus ingredientes ideológicos e a realizar as condições indispensáveis para a sujeição do proletariado por meio da sua legislação e da sua administração.

O temporal que se abateu em 29 de Janeiro tinha reunido os seus elementos durante todo o mês de Janeiro. Por meio do seu voto de desconfiança a Constituinte quis levar o ministério Barrot a demitir-se. Por seu turno, o ministério Barrot propôs à Constituinte que desse a si própria um voto de desconfiança definitivo, resolvesse suicidar-se e decretasse a sua própria dissolução. Por ordem do ministério, Rateau, um dos deputados mais obscuros, apresentou a 6 de Janeiro esta proposta àquela mesma Constituinte que já em Agosto havia decidido não se dissolver até promulgar uma série de leis orgânicas complementares da Constituição. O ministerial Fould declarou-lhe sem rodeios que a sua dissolução era necessária "para o restabelecimento do crédito abalado". Não abalava ela o crédito ao prolongar o provisório e ao pôr de novo em questão com Barrot a Bonaparte e com Bonaparte a república constituída? Barrot, o olímpico, transformado em Orlando Furioso pela perspectiva de se ver de novo despojado da presidência do Conselho de Ministros que desfrutara apenas durante duas semanas, cargo esse a que finalmente tinha deitado a mão e que os republicanos já haviam prorrogado por um decénio, isto é, por dez meses; Barrot, face a esta desgraçada Assembleia, excedia em tirania qualquer tirano. A mais suave das suas palavras era: "com ela não há futuro possível". E, na verdade, ela apenas representava o passado. "Ela é incapaz", acrescentava irónico, "de rodear a república das instituições que lhe são necessárias para a sua consolidação". De facto, assim era! Ao mesmo tempo que na sua oposição exclusiva ao proletariado a sua energia burguesa se perdia, na sua oposição aos realistas a sua exaltação republicana reaviva-se. Deste modo, era duplamente incapaz de consolidar por meio das instituições correspondentes a república burguesa que já não compreendia.

Com a proposta de Rateau, o ministério desencadeou ao mesmo tempo uma tempestade de petições em todo o país. Assim, dia após dia, de todos os cantos da França choviam em cima da Constituinte montes de billets-doux[66] em que se lhe pedia, mais ou menos categoricamente, que se dissolvesse e fizesse o seu testamento. A Constituinte, por seu lado, promovia contra-petições em que se fazia exortar a continuar viva. A luta eleitoral entre Bonaparte e Cavaignac renovou-se como duelo de petições a favor e contra a dissolução da Assembleia Nacional. Tais petições haviam de ser os comentários posteriores do 10 de Dezembro. Esta agitação prosseguiu durante o mês de Janeiro.

No conflito entre a Constituinte e o presidente, aquela não podia remontar às eleições gerais como a sua origem, pois era dela que se apelava para o sufrágio universal. Não podia apoiar-se em nenhum poder regular, pois tratava-se da luta contra o poder legal. Não podia derrubar o ministério por meio de votos de desconfiança, como em 6 e em 26 de Janeiro tentou de novo, pois o ministério não lhe pedia a sua confiança. Restava-lhe apenas uma possibilidade: a da insurreição. As forças armadas da insurreição eram a parte republicana da Guarda Nacional, a Guarda Móvel[67] e os centros do proletariado revolucionário, os clubes. Os guardas móveis, esses heróis das jornadas de Junho, constituíam em Dezembro a força de combate organizada da fracção burguesa republicana, tal como antes de Junho as oficinas nacionais[68] tinham constituído a força de combate organizada do proletariado revolucionário. Assim como a comissão executiva da Constituinte dirigiu o seu brutal ataque contra as oficinas nacionais quando teve de acabar com as reivindicações, tornadas insuportáveis, do proletariado, assim o ministério de Bonaparte dirigiu o seu ataque contra a Guarda Móvel quando teve de acabar com as reivindicações, tornadas insuportáveis, da fracção burguesa republicana. Ordenou a dissolução da Guarda Móvel. Metade dos seus efectivos foi licenciada e atirada para a rua; a outra recebeu uma organização monárquica em vez da sua organização democrática e o seu soldo foi reduzido ao nível do soldo normal das tropas de linha. A Guarda Móvel encontrou-se assim na situação dos insurrectos de Junho, e todos os dias os jornais publicavam confissões públicas em que aquela reconhecia a sua culpa de Junho e imploravam perdão ao proletariado.

E os clubes? A partir do momento em que a Assembleia Constituinte pusera em causa na pessoa de Barrot o presidente, na do presidente a república burguesa constituída e na da república burguesa constituída a própria república burguesa em geral, todos os elementos constituintes da república de Fevereiro, todos os partidos que queriam derrubar a república existente e transformá-la através de um processo violento de regressão na república dos seus interesses de classe e dos seus princípios, cerraram necessariamente fileiras em torno dela. O que acontecera deixara outra vez de acontecer, as cristalizações do movimento revolucionário tinham-se outra vez liquefeito, a república pela qual se lutou era outra vez a república indefinida das jornadas de Fevereiro cuja definição cada partido reservava para si. Por instantes, os partidos voltaram a ocupar as suas velhas posições de Fevereiro sem partilharem as ilusões de Fevereiro. Os republicanos tricolores do National voltaram a apoiar-se nos republicanos democráticos da Reforme e empurraram-nos como paladinos para o primeiro plano da luta parlamentar. Os republicanos democráticos apoiaram-se de novo nos republicanos socialistas — em 27 de Janeiro um manifesto público anunciava a sua reconciliação e a sua união — e preparavam nos clubes o terreno para a insurreição. A imprensa ministerial considerava com razão os republicanos tricolores do National como os insurrectos de Junho ressuscitados. Para se manterem à cabeça da república burguesa punham em questão a própria república burguesa. Em 26 de Janeiro, o ministro Faucher propôs um projecto de lei sobre o direito de associação, cujo primeiro parágrafo dizia: "São proibidos os clubes." Requereu que este projecto de lei fosse posto à discussão com carácter de urgência. A Constituinte rejeitou o pedido de urgência e, em 27 de Janeiro, Ledru-Rollin apresentou uma proposta com 230 assinaturas para se mover um processo ao ministério por violação da Constituição. Mover um processo ao ministério num momento em que um tal acto significava ou a revelação canhestra da impotência do juiz, isto é, da maioria da Câmara, ou um protesto impotente do acusador contra esta própria maioria — tal era o grande trunfo revolucionário que esta Montagne segunda jogaria a partir de agora em cada ponto alto da crise. Pobre Montagne esmagada pelo peso do seu próprio nome!

A 15 de Maio, Blanqui, Barbes, Raspail, etc, tinham tentado fazer saltar a Assembleia Constituinte ao entrarem violentamente na sala de sessões à cabeça do proletariado de Paris. Barrot preparou à mesma Assembleia um 15 de Maio moral ao ditar-lhe a sua autodissolução e ao querer encerrar a sala das sessões. Esta mesma Assembleia tinha encarregado Barrot de proceder a uma enquête contra os acusados de Maio e agora, neste momento, em que ele lhe aparecia como um Blanqui realista, em que ela procurava arranjar aliados contra ele nos clubes, entre os proletários revolucionários, no partido de Blanqui, neste momento, o inexorável Barrot torturava-a com a sua proposta de que os presos de Maio não fossem presentes ao tribunal de jurados mas sim entregues ao Supremo Tribunal, à haut cour, inventado pelo partido do National. É curioso como o medo exacerbado de perder uma pasta ministerial pôde fazer sair da cabeça de um Barrot graças dignas de um Beaumarchais! Depois de longa hesitação, a Assembleia Nacional aceitou a sua proposta. Frente aos autores do atentado de Maio regressava ao seu carácter normal.

Se, frente ao presidente e aos ministros, a Constituinte era compelida à insurreição, o presidente e o ministério, frente à Constituinte, eram empurrados para o golpe de Estado, pois não possuíam nenhum meio legal para a dissolver. Mas a Constituinte era a mãe da Constituição e a Constituição a mãe do presidente. Com o golpe de Estado o presidente rasgava a Constituição e suprimia o seu título jurídico republicano. Era, pois, obrigado a lançar a mão do título jurídico imperial; mas o título jurídico imperial fazia recordar o título orleanista, e ambos empalideciam perante o título jurídico legitimista. A queda da república legal só poderia fazer ascender o seu pólo diametralmente oposto, a monarquia legitimista, num momento em que o partido orleanista era apenas o vencido de Fevereiro e Bonaparte era apenas o vencedor do 10 de Dezembro, e em que ambos, à usurpação republicana, apenas podiam opor os seus títulos monárquicos igualmente usurpados. Os legitimistas, conscientes de que o momento lhes era favorável, conspiravam às claras. Podiam esperar encontrar o seu Monk no general Changarnier. O advento da monarquia branca era anunciado tão abertamente nos seus clubes como o da república vermelha nos clubes proletários.

Com um motim reprimido com felicidade o ministério ter-se-ia visto livre de todas as suas dificuldades. "A legalidade mata-nos", exclamava Odilon Barrot. Sob o pretexto da salut public[69], um motim teria permitido dissolver a Constituinte, violar a Constituição no interesse da própria Constituição. O procedimento brutal de Odilon Barrot na Assembleia Nacional, a proposta de dissolução dos clubes, a demissão ruidosa de 50 prefeitos tricolores e a sua substituição por realistas, a dissolução da Guarda Móvel, os maus tratos infligidos aos seus chefes por Changarnier, a reintegração de Lerminier, um professor impossível já no tempo de Guizot, a tolerância perante as fanfarronadas legitimistas, eram outras tantas provocações ao motim. Mas o motim manteve-se mudo. Era da Constituinte que esperava o sinal e não do ministério.

Finalmente, veio o 29 de Janeiro, o dia em que se decidiria da proposta apresentada por Mathieu (de la Drôme) de rejeição incondicional da proposta de Rateau. Legitimistas, orleanistas, bonapartistas, Guarda Móvel, Montagne, clubes, todos conspiravam nesse dia, cada um deles tanto contra o pretenso inimigo como contra o pretenso aliado. Bonaparte, do alto do seu cavalo, passou revista a uma parte das tropas na praça da Concórdia, Changarnier fazia teatro com um dispêndio de manobras estratégicas; a Constituinte encontrou o seu edifício das sessões ocupado militarmente. Ela, o centro onde se entrecruzavam todas as esperanças, receios, expectativas, fermentações, tensões, conspirações, ela, a Assembleia de ânimo de leão, não vacilou nem um momento ao aproximar-se mais do que nunca do espírito do mundo (Weltgeist). Assemelhava-se àquele combatente que não só receava utilizar as suas próprias armas como também se sentia obrigado a manter intactas as armas do adversário. Com desprezo pela sua morte assinou a sua própria sentença de morte e rejeitou a rejeição incondicional da proposta Rateau. Mesmo em estado de sítio, estabeleceu limites a uma actividade constituinte cujo quadro necessário fora o estado de sítio de Paris. Vingou-se de um modo digno dela ao impor no dia seguinte, uma enquête sobre o susto que no dia 29 de Janeiro o ministério lhe tinha metido. A Montagne demonstrou a sua falta de energia revolucionária e de senso político ao deixar-se utilizar pelo partido do National como arauto nesta grande comédia de intrigas. O partido do National fizera o último esforço para continuar a manter, na república constituída, o monopólio da dominação que detivera durante o período da formação da república burguesa. E fracassara.

Se na crise de Janeiro se tratara da existência da Constituinte, na crise de 21 de Março tratava-se da existência da Constituição: ali, do pessoal do partido nacional; aqui, do seu ideal. Escusado é dizer que os republicanos honestos abandonavam mais facilmente o sentimento elevado da sua ideologia do que o gozo mundano do poder governamental.

Em 21 de Março, na ordem do dia da Assembleia Nacional encontrava-se o projecto de lei de Faucher contra o direito de associação: a proibição dos clubes. O artigo 8 da Constituição garantia a todos os franceses o direito de se associarem. A interdição dos clubes era, portanto, uma inequívoca violação da Constituição, e a própria Constituinte devia canonizar a profanação dos seus santos. Mas os clubes eram os pontos de reunião, os centros de conspiração do proletariado revolucionário. A própria Assembleia Nacional tinha proibido a coligação dos operários contra os seus burgueses. E que eram os clubes senão uma coligação de toda a classe operária contra toda a classe burguesa, a formação de um Estado operário contra o Estado burguês? Não eram eles também outras tantas assembleias constituintes do proletariado e outros tantos destacamentos do exército da revolta prontos para o combate? O que acima de tudo a Constituição devia constituir era a dominação da burguesia. Era, portanto, evidente que a Constituição só podia entender por direito de associação as associações que se harmonizavam com a dominação da burguesia, isto é, com a ordem burguesa. Se, por uma questão de decoro teórico, ela se exprimia em termos gerais, não estavam lá o governo e a Assembleia Nacional para a interpretar e a aplicar nos casos especiais? E, se na época primordial da república, os clubes tinham sido efectivamente proibidos pelo estado de sítio, por que não deviam ser proibidos pela lei na república regulamentada, constituída? A esta interpretação prosaica da Constituição os republicanos tricolores nada tinham a opor senão a frase altissonante da Constituição. Uma parte deles, Pagnerre, Duclerc, etc, votou a favor do ministério dando-lhe assim a maioria. A outra parte, com o arcanjo Cavaignac e o padre da Igreja Marrast à frente, retirou-se, depois do artigo sobre a interdição dos clubes ter passado, juntamente com Ledru-Rollin e a Montagne para um gabinete especial e "reuniram-se em conselho". A Assembleia Nacional estava paralisada, já não dispunha do número de votos suficiente para tomar decisões. No gabinete o senhor Crémieux lembrou oportunamente que dali o caminho conduzia directamente para a rua e que já não se estava em Fevereiro de 1848 mas em Março de 1849. Subitamente iluminado, o partido do National regressou à sala das sessões da Assembleia Nacional. Atrás dele, enganada de novo, veio a Montagne que, constantemente atormentada por apetites revolucionários, mas também constantemente ávida de possibilidades constitucionais, se sentia cada vez mais no seu lugar atrás dos republicanos burgueses e não à frente do proletariado revolucionário. Assim terminou a comédia. E a própria Constituinte tinha decretado que a violação da letra da Constituição era a única realização consequente do seu espírito.

Restava apenas regulamentar um ponto: a relação da república constituída com a revolução europeia, a sua política externa. Em 8 de Maio de 1849 reinava uma desusada agitação na Assembleia Constituinte cujo prazo de vida terminaria dentro de breves dias. O ataque do exército francês a Roma, a retirada a que os romanos o haviam obrigado, a sua infâmia política e a sua vergonha militar, o vil assassínio da república romana pela república francesa, a primeira campanha de Itália do segundo Bonaparte, tudo isto estava na ordem do dia. A Montagne jogara de novo o seu grande trunfo, Ledru-Rollin pusera sobre a mesa do presidente a sua inevitável acusação contra o ministério, e desta vez também contra Bonaparte, por violação da Constituição.

O motivo do 8 de Maio repetiu-se mais tarde como motivo do 13 de Junho. Expliquemo-nos sobre a expedição romana.

Já em meados de Novembro de 1848 Cavaignac tinha enviado uma frota de guerra a Civitavecchia para proteger o papa, recolhê-lo a bordo e trazê-lo para França. O papa[70] devia abençoar a república honesta e assegurar a eleição de Cavaignac para presidente. Com o papa Cavaignac queria pescar os padres, com os padres os camponeses e com os camponeses a presidência. Sendo uma propaganda eleitoral na sua finalidade imediata, a expedição de Cavaignac era ao mesmo tempo um protesto e uma ameaça contra a revolução romana. Continha em germe a intervenção da França em favor do papa.

Esta intervenção em favor do papa com a Áustria e Nápoles contra a república romana, fora decidida na primeira sessão do conselho de ministros de Bonaparte, em 23 de Dezembro. Falloux no ministério, era o papa em Roma e na Roma... do papa. Bonaparte já não precisava do papa para se tornar o presidente dos camponeses, mas precisava da conservação do papa para conservar os camponeses do presidente. Fora a credulidade daqueles que o tinha feito presidente. Com a fé perdiam a credulidade e com o papa a fé. E os orleanistas e os legitimistas coligados que dominavam em nome de Bonaparte! Antes de restaurar o rei, tinha-se de restaurar o poder que sagra os reis. Abstraindo do seu monarquismo: sem a velha Roma submetida à sua dominação temporal não havia papa, sem papa catolicismo, sem catolicismo religião francesa e sem religião que aconteceria à velha sociedade francesa? A hipoteca que o camponês possui sobre os bens celestiais garante a hipoteca que o burguês possui sobre os bens do camponês. A revolução romana era, pois, um atentado à propriedade, à ordem burguesa, terrível como a revolução de Junho. A dominação burguesa restabelecida em França exigia a restauração da dominação papal em Roma. Finalmente, nos revolucionários romanos derrotava-se os aliados dos revolucionários franceses; a aliança das classes contra-revolucionárias na República Francesa constituída completava-se necessariamente na aliança da República Francesa com a Santa Aliança, com Nápoles e com a Áustria. A decisão do Conselho de Ministros de 23 de Dezembro não era segredo para a Constituinte. Já a 8 de Janeiro, Ledru-Rollin havia interpelado o ministério a esse respeito, o ministério negara e a Assembleia Nacional passara à ordem do dia. Acreditava ela nas palavras do ministério? Sabemos que passara todo o mês de Janeiro a dar-lhe votos de desconfiança. Mas se o ministério estava no seu papel ao mentir, também estava no papel da Constituinte fingir que acreditava nas mentiras daquele e assim salvar os dehors[71] republicanos.

Entretanto, o Piemonte fora derrotado. Carlos Alberto abdicara e o exército austríaco batia às portas da França. Ledru-Rollin fez uma interpelação vigorosa. O ministério demonstrou que na Itália do Norte não tinha feito outra coisa senão prosseguir a política de Cavaignac, e Cavaignac a política do Governo provisório, isto é, de Ledru-Rollin. Desta vez até recolheu um voto de confiança da Assembleia Nacional e foi autorizado a ocupar temporariamente um ponto conveniente na Alta Itália para apoiar as negociações pacíficas com a Áustria sobre a questão da integridade do território da Sardenha e sobre a questão romana. Como se sabe, o destino da Itália decide-se nos campos de batalha da Itália do Norte. Por isso, com a Lombardia e o Piemonte Roma caíra, ou seja, a França tinha de declarar guerra à Áustria e desse modo à contra-revolução europeia. A Assembleia Nacional tomava subitamente o ministério Barrot pelo velho Comité de Salvação Pública[72]? Ou a si mesma pela Convenção? Para quê, pois, a ocupação militar de um ponto da Alta Itália? Atrás deste véu transparente escondia-se a expedição contra Roma.

Em 14 de Abril, sob o comando de Oudinot embarcaram 14 000 homens para Civitavecchia. Em 16 de Abril, a Assembleia Nacional concedeu ao ministério um crédito de 1 200 000 francos a fim de financiar durante três meses a manutenção de uma frota de intervenção no Mediterrâneo. Deste modo, facultou ao ministério todos os meios para intervir contra Roma enquanto fingia que lhe permitia intervir contra a Áustria. Não via o que o ministério fazia, limitava-se a escutar o que ele dizia. Nem em Israel se encontraria uma tal fé. A Constituinte tinha caído na situação de não poder saber o que a república constituída tinha de fazer.

Finalmente, a 8 de Maio representou-se a última cena da comédia: a Constituinte exigiu ao ministério medidas rápidas que reconduzissem a expedição italiana ao objectivo que lhe fora posto. Nessa mesma tarde, Bonaparte fez publicar uma carta no Moniteur em que expressava a Oudinot o seu maior reconhecimento. A 11 de Maio, a Assembleia Nacional rejeitou a acusação contra o mesmo Bonaparte e o seu ministério. E a Montagne que, em vez de rasgar esta teia de mentiras, toma tragicamente a comédia parlamentar a fim de nela representar o papel de Fouquier-Tinville, deixou assim ver, por debaixo da pele de leão tomada de empréstimo à Convenção, a sua pele de cordeiro pequeno-burguesa com que nascera!

A última metade da vida da Constituição resume-se assim: em 29 de Janeiro confessa que as fracções burguesas realistas são os superiores naturais da república constituída por ela; em 21 de Março, que a violação da Constituição é a realização desta; e em 11 de Maio, que a aliança passiva da República Francesa com os povos em luta, bombasticamente anunciada, significa a sua aliança activa com a contra-revolução europeia.

Esta mísera Assembleia retirou-se do palco depois de, dois dias antes da festa do seu aniversário, a 4 de Maio, ter dado a si mesma a satisfação de rejeitar a proposta de amnistia para os insurrectos de Junho. Desfeito o seu poder; odiada mortalmente pelo povo; repudiada, mal-tratada, desprezivelmente posta de parte pela burguesia de que era instrumento; obrigada, na segunda metade da sua vida, a negar a primeira; despojada das suas ilusões republicanas; sem grandes criações no passado; sem esperança no futuro; o seu corpo vivo morrendo aos poucos — só era capaz de galvanizar o seu próprio cadáver evocando sem cessar e revivendo a vitória de Julho, afirmando-se através da sempre repetida maldição dos malditos. Vampiro que vivia do sangue dos insurrectos de Junho!

Deixou atrás de si o défice do Estado aumentado pelos custos da insurreição de Junho, pela perda do imposto sobre o sal, pelas indemnizações que ela concedeu aos donos das plantações pela abolição da escravatura negra, pelas despesas com a expedição romana, pela perda do imposto sobre o vinho, cuja abolição ela decidiu quando já estava a dar o último suspiro, como um velho manhoso, feliz por atirar para as costas do seu sorridente herdeiro uma comprometedora dívida de honra.

Desde o princípio de Março começara a agitação eleitoral para a Assembleia Nacional Legislativa. Dois grupos principais se enfrentavam: o partido da ordem[73] e o partido democrata-socialista ou partido vermelho. Entre ambos situavam-se os amigos da Constituição, nome sob o qual os republicanos tricolores do National procuravam apresentar um partido. O partido da ordem constituiu-se imediatamente a seguir às jornadas de Junho. Porém, só depois do 10 de Dezembro lhe ter permitido livrar-se da camarilha do National, dos republicanos burgueses, se revelou o segredo da sua existência: a coligação dos orleanistas e legitimistas num partido. A classe burguesa cindia-se em duas grandes fracções que alternadamente — a grande propriedade fundiária sob a monarquia restaurada[74], a aristocracia financeira e a burguesia industrial sob a monarquia de Julho — tinham mantido o monopólio da dominação. Bourbon era o nome régio da influência preponderante dos interesses de uma das fracções; Orléans, o nome régio da influência preponderante dos interesses da outra fracção. O império anónimo da república era o único em que ambas as fracções podiam afirmar com igual poder o interesse de classe comum sem abandonar a sua rivalidade recíproca. Se a república burguesa não podia ser senão a dominação completa e nitidamente revelada de toda a classe burguesa, podia ela ser outra coisa senão a dominação dos orleanistas completados pelos legitimistas e a dos legitimistas completados pelos orleanistas, a síntese da restauração e da monarquia de Julho?. Os republicanos burgueses do National não representavam nenhuma grande fracção da sua classe assente em bases económicas. Possuíam apenas o significado e o título histórico de terem feito valer, sob a monarquia — frente a ambas as fracções burguesas que só compreendiam o seu regime particular —, o regime geral da classe burguesa, o império anónimo da república, que idealizavam e adornavam com arabescos antigos, mas onde saudavam, acima de tudo, a dominação da sua camarilha. Se o partido do National duvidou do seu próprio juízo quando viu os realistas coligados no topo da república fundada por ele, também aqueles não se iludiam menos sobre o facto da sua dominação unificada. Não compreendiam que, se cada uma das suas fracções, considerada isoladamente, era realista o produto da sua combinação química tinha de ser necessariamente republicano e que a monarquia branca e a azul tinham forçosamente de se neutralizar na república tricolor. Obrigadas, pela sua oposição ao proletariado revolucionário e às classes de transição, que convergiam cada vez mais para aquele como centro, a recorrer a todas as suas forças unidas e a conservar a organização dessa força unida, cada uma das fracções do partido da ordem teve de fazer valer, perante os apetites de restauração e a arrogância da outra, a dominação comum, isto é, a forma republicana da dominação burguesa. Assim, vemos estes realistas acreditar a princípio numa restauração imediata; mais tarde conservar, espumando de raiva, a forma republicana com invectivas de morte contra ela e, finalmente, confessar que só na república se podem suportar e que adiam a restauração por tempo indefinido. O gozo da própria dominação unificada reforçou cada uma das duas fracções e tornou-as ainda mais incapazes e renitentes a subordinarem-se uma à outra, isto é, a restaurar a monarquia.

No seu programa eleitoral, o partido da ordem proclamava abertamente a dominação da classe burguesa, isto é a manutenção das condições de vida da sua dominação, da propriedade, da família, da religião, da ordeml Apresentava a sua dominação de classe e as condições da sua dominação de classe naturalmente como a dominação da civilização e como as condições necessárias da produção material e das relações sociais de intercâmbio daí decorrentes. Dispondo de imensos meios financeiros, o partido da ordem organizou as suas sucursais na França inteira, tinha ao seu serviço todos os ideólogos da velha sociedade, dispunha da influência do poder do governo vigente, possuía um exército gratuito de vassalos em toda a massa dos pequenos burgueses e dos camponeses que, estando ainda distantes do movimento revolucionário, viam nos grandes dignitários da propriedade os defensores naturais da sua pequena propriedade e dos seus pequenos preconceitos; representado em todo o país por um sem-número de reizinhos, podia castigar como insurreição a rejeição dos seus candidatos, despedir os operários rebeldes, os moços de lavoura, os criados, os caixeiros, os funcionários dos caminhos-de-ferro, os escriturários que se lhe opunham, numa palavra, todos os funcionários a ele civilmente (bürgerlich) subordinados. Finalmente, podia alimentar aqui e ali, a ilusão de que fora a Constituinte republicana que impedira o Bonaparte do 10 de Dezembro de revelar as suas forças miraculosas. Mas ao referir o partido da ordem não considerámos os bonapartistas. Estes não constituíam uma fracção séria da classe burguesa, mas uma colecção de velhos e supersticiosos inválidos e de jovens e cépticos aventureiros. O partido da ordem venceu nas eleições, enviando assim para a Assembleia Legislativa uma grande maioria.

Face à classe burguesa contra-revolucionária coligada, as partes da pequena burguesia e da classe camponesa já revolucionadas tinham naturalmente de se unir aos grandes dignitários dos interesses revolucionários, ao proletário revolucionário. Vimos como as derrotas parlamentares empurraram os porta-vozes democráticos da pequena burguesia no parlamento, isto é, a Montagne, para os porta-vozes socialistas do proletariado e como a verdadeira pequena burguesia fora do Parlamento foi igualmente empurrada para os verdadeiros proletários pelos concordais à l'amiable, pela imposição brutal dos interesses burgueses e pela bancarrota. Em 27 de Janeiro a Montagne e os socialistas haviam festejado a sua reconciliação. No grande banquete de Fevereiro de 1849 repetiram esse acto de união. O partido social e o democrático, o partido dos operários e o dos pequenos burgueses, uniram-se no partido social-democrático, isto é, no partido vermelho.

Momentaneamente paralisada pela agonia que se seguiu às jornadas de Junho, a República Francesa vivera desde o levantamento do estado de sítio, isto é, desde o 19 de Outubro, uma série contínua de excitações febris. Primeiro a luta pela presidência; depois a luta do presidente com a Constituinte; a luta pelos clubes; o processo de Bourges[75], o qual, por contraste com as pequenas figuras do presidente, dos realistas coligados, dos republicanos honestos, da Montagne democrática e dos doutrinários socialistas do proletariado, fez aparecer os verdadeiros revolucionários deste como monstros do princípio do mundo só explicáveis por algum dilúvio que os tivesse deixado na superfície da sociedade ou por precederem algum dilúvio social; a agitação eleitoral; a execução dos assassinos de Bréa[76]; os contínuos processos à imprensa; a violenta ingerência policial do governo nos banquetes; as descaradas provocações realistas; a exibição dos retratos de Louis Blanc e Caussidière no pelourinho; a luta sem quartel entre a república constituída e a Constituinte que a cada momento fazia recuar a revolução para o seu ponto de partida, que a cada momento tornava o vencedor em vencido, o vencido em vencedor e num abrir e fechar de olhos trocava as posições dos partidos e das classes, os seus divórcios e as suas ligações; a rápida marcha da contra-revolução europeia; a gloriosa luta dos húngaros; os levantamentos armados alemães; a expedição romana; a ignominiosa derrota do exército francês às portas de Roma — neste torvelinho, neste tormento de histórico desassossego, neste dramático fluxo e refluxo de paixões revolucionárias, esperanças, desilusões, as diferentes classes da sociedade francesa tinham de contar por semanas as suas épocas de desenvolvimento, tal como anteriormente as tinham contado por meios séculos. Uma parte considerável dos camponeses e das províncias estava revolucionada. Não estavam só desiludidos com Napoleão; o partido vermelho oferecia-lhes em vez de um nome, o conteúdo, em vez de uma ilusória isenção de impostos, o reembolso dos milhares de milhões pagos aos legitimistas, a regulamentação das hipotecas e a abolição da usura.

O próprio exército estava contagiado pela febre da revolução. Votara em Bonaparte pela vitória e ele dava-lhe a derrota. Nele votara pelo pequeno cabo, por trás de quem se encontra o grande general revolucionário, e ele devolvia-lhe os grandes generais, por trás de quem se oculta o cabo de parada. Não havia dúvida que o partido vermelho, isto é, o partido democrático coligado, tinha de festejar, se não a vitória, pelo menos grandes triunfos: que Paris, que o exército, que uma grande parte das províncias votaria por ele. Ledru-Rollin, o chefe da Montagne foi eleito por cinco departamentos. Nenhum chefe do partido da ordem conseguiu uma tal vitória, nenhum nome do partido proletário propriamente dito. Estas eleições revelam-nos o segredo do partido democrático-socialista. Se a Montagne, o paladino parlamentar da pequena burguesia democrática, por um lado, se vira forçada a unir-se aos doutrinários socialistas do proletariado, o proletariado, por seu turno, obrigado pela terrível derrota material de Junho a erguer-se de novo por meio de vitórias intelectuais, ainda incapaz, dado o desenvolvimento das restantes classes, de lançar mão da ditadura revolucionária, teve de se lançar nos braços dos doutrinários da sua emancipação, dos fundadores de seitas socialistas —, por outro lado, os camponeses revolucionários, o exército e as províncias colocaram-se por trás da Montagne que, deste modo, se transformou em chefe do campo revolucionário e que, pelo seu entendimento com os socialistas, tinha eliminado todos os antagonismos no partido revolucionário. Na última metade da vida da Constituinte, ela representou o pathos republicano desta e fez esquecer os seus pecados cometidos durante o Governo provisório, durante a Comissão Executiva, durante as jornadas de Junho. Na mesma medida em que o partido do National, de acordo com a sua natureza vacilante, se deixava esmagar pelo ministério monárquico, o partido da Montanha, afastado durante o todo-poder do National, crescia e impunha-se como o representante parlamentar da revolução. De facto, o partido do National apenas dispunha de umas personalidades ambiciosas e de umas mentirolas idealistas para opor às outras fracções, às realistas. O partido da Montanha, pelo contrário, representava uma massa flutuante entre a burguesia e o proletariado, cujos interesses materiais exigiam instituições democráticas. Comparados com os Cavaignac e os Marrast, Ledru-Rollin e a Montagne encontravam-se, por isso, na verdade da revolução e da consciência desta importante situação retiravam uma coragem tanto maior quanto mais a expressão da energia revolucionária se limitava a invectivas parlamentares, à apresentação de acusações, a ameaças, ao levantar da voz, a trovejantes discursos e extremismos verbais que não iam além de frases. Os camponeses encontravam-se numa situação semelhante à dos pequenos burgueses e tinham praticamente as mesmas reivindicações sociais a apresentar. Todas as camadas médias da sociedade, na medida em que eram arrastadas para o movimento revolucionário, tinham necessariamente de encontrar em Ledru-Rollin o seu herói. Ledru-Rollin era a personagem da pequena burguesia democrática. Frente ao partido da ordem, os reformadores desta ordem, meio conservadores, meio revolucionários e utopistas por inteiro, tiveram a princípio de ser empurrados para a vanguarda.

O partido do National, os "amigos da Constituição quand même[77]", os républicains purs et simples[78] foram totalmente derrotados nas eleições. Apenas uma insignificante minoria deles foi enviada à Câmara Legislativa, os seus chefes mais notórios, incluindo Marrast, o redactor en chef e o Orfeu da república honesta, desapareceram da cena.

Em 28 de Maio, reuniu-se a Assembleia Legislativa; em 11 renovou-se a colisão de 8 de Maio; em nome da Montagne, Ledru-Rollin apresentou uma acusação contra o presidente e o ministério por violação da Constituição devido ao bombardeamento de Roma. Em 12 de Junho, a Assembleia Legislativa rejeitou a acusação tal como a Assembleia Constituinte o havia feito em 11 de Maio. Desta vez, porém, o proletariado arrastou a Montagne para a rua, não ainda para a luta de rua, mas apenas para uma procissão de rua. Basta dizer que a Montagne se encontrava à cabeça deste movimento para se saber que o movimento foi derrotado e que o Junho de 1849 foi uma caricatura, tão ridícula quanto indigna, do Junho de 1848. A grande retirada de 13 de Junho só foi ofuscada pelo ainda maior relatório da batalha de Changarnier, o grande homem que o partido da ordem tinha arranjado à pressa. Cada época social precisa dos seus grandes homens e, quando não os encontra, inventa-os, como diz Helvétius.

Em 20 de Dezembro, existia apenas uma das metades da república burguesa constituída: o presidente; em 28 de Maio, foi completada pela outra metade, pela Assembleia Legislativa. O Junho de 1848 inscrevera a república burguesa em constituição no registo de nascimento da História com uma indescritível batalha contra o proletariado; o Junho de 1849 fez outro tanto com a república burguesa constituída por meio de uma comédia inqualificável com a pequena burguesia. Junho de 1849 foi a Némesis de Junho de 1848. Em Junho de 1849 não foram derrotados os operários, mas derrubados os pequenos burgueses que se encontravam entre eles e a revolução. Junho de 1849 não foi a tragédia sangrenta entre o trabalho assalariado e o capital, mas uma peça cheia de prisões e lamentável entre o devedor e o credor. O partido da ordem tinha vencido, era todo-poderoso, tinha agora de mostrar o que era.



[43] Em francês no texto: Montanha. A par do nome francês, Marx usa também no original a palavra alemã (Berg). Neste último caso traduzimos directamente no texto por Montanha. (Nota da edição portuguesa.)
[44] Trata-se dos democratas republicanos pequeno-burgueses e dos socialistas pequeno-burgueses, partidários do jornal francês La Reforme (A Reforma), publicado em Paris entre 1843 e 1850. Defendiam a instauração da república e a realização de reformas democráticas e sociais.
[45] Em 16 de Abril de 1848 em Paris uma manifestação pacífica de operários que iam entregar uma petição ao Governo Provisório sobre a "organização do trabalho" e a "abolição da exploração do homem peio homem" foi detida pela Guarda Nacional burguesa, especialmente mobilizada para este fim.
[46] No original: Haupt-und Staatsaktion. Esta expressão pode ter dois sentidos principais. Como se refere na nota 83 das Collected Works. Karl Marx/Frederik Engels, volume 10. Progress Publishers, Moscow 1978: "Primeiro, no século XVII e na primeira metade do século XVIII designava peças representadas por companhias alemãs ambulantes. As peças eram tragédias históricas, bastante informes, bombásticas e ao mesmo tempo grosseiras e burlescas. Segundo, este termo pode designar acontecimentos políticos de primeiro plano. Foi usado neste sentido por uma corrente da ciência histórica alemã, conhecida por 'historiografia objectiva'. Leopold Ranke foi um dos seus principais representantes. Considerava Haupt-und Staatsakion como o assunto principal." (Nota da edição portuguesa.)
[47] Em francês no texto: a nulidade circunspecta. (Nota da edição Portuguesa.)
[48] Trata-se do editorial do Journal des débats, de 28 de Agosto de 1848. Journal des débats politiques et littéraires (Jornal dos Debates Políticos e Literários): jornal burguês francês fundado em Paris em 1789. Durante a monarquia de Julho foi um jornal governamental, órgão da burguesia orleanista. Durante a revolução de 1848 o jornal exprimia as opiniões da burguesia contra-revolucionária, o chamado "partido da ordem".
[49] Em francês no texto: taberneiros. (Nota da edição portuguesa.)
[50] Em francês no texto: loja, isto é, os lojistas. (Nota da edição portuguesa.)
[51] Em francês no texto: inquérito. (Nota da edição portuguesa.)
[52] Em francês no texto: concordatas amigáveis. (Nota da edição portuguesa.)
[53] Janízaros: infantaria regular dos sultões turcos, criada no século XIV, e que se distinguia pela sua extraordinária crueldade.
[54] Em francês no texto: gentil-homem, cavalheiro. (Nota da edição portuguesa.)
[55] Em latim no texto: Cartago tem de ser destruída. (Nota da edição portuguesa.)
[56] Em francês no texto: glória. (Nota da edição portuguesa.)
[57] Em francês no texto: terceiro-estado. (Nota da edição portuguesa.)
[58] Em francês no texto: sem frase, sem rodeios. (Nota da edição portuguesa.)
[59] O primeiro projecto de Constituição foi apresentado à Assembleia Nacional em 19 de Junho de 1848.
[60] Segundo a lenda bíblica, Saul, primeiro rei hebreu, abateu na luta contra os filisteus milhares de inimigos, e o seu escudeiro David, protegido de Saul, dezenas de milhares. Depois da morte de Saul, David tornou-se rei dos hebreus.
[61] Em francês no texto: golpe de Estado. (Nota da edição portuguesa.)
[62] Flor-de-lis: emblema heráldico da monarquia dos Bourbons; violeta: emblema dos bonapartistas.
[63] Marx refere-se ao comunicado de Paris de 18 de Dezembro, assinado com o sinal do correspondente Ferdinand Wolff, na Neue Rheinische Zeitung, n.° 174, de 21 de Dezembro de 1848. Possivelmente as palavras indicadas pertencem ao próprio Marx, que submeteu todo o material da revista a uma redacção cuidadosa.
[64] Em francês no texto: em bloco. (Nota da edição portuguesa.)
[65] Em francês no texto: Câmara Municipal. (Nota da edição portuguesa.)
[66] Em francês no texto: cartas de amor. (Nota da edição portuguesa.)
[67] Ver o presente tomo, p. 224. (Nota da edição portuguesa.)
[68] Ver o presente tomo, p. 225. (Nota da edição portuguesa.)
[69] Em francês no texto: salvação pública. (Nota da edição portuguesa.)
[70] Pio IX.
[71] Em francês no texto: as aparências. (Nota da edição portuguesa.)
[72] Comité de Salvação Pública: órgão central do governo revolucionário da República Francesa, fundado em Abril de 1793. O Comité desempenhou um papel excepcionalmente importante na luta contra a contra-revolução interna e externa. Convenção: assembleia nacionaí da França no período da revolução burguesa francesa do século XVIII.
[73] Partido da ordem: partido que surgiu em 1848 como partido da grande burguesia conservadora, constituía uma coligação das duas fracções monárquicas da França: os legitimistas e os orleanistas; de 1849 até ao golpe de Estado de 1851 ocupou uma posição dirigente na Assembleia Legislativa da Segunda República.
[74] Restauração de 1814-1830: período do segundo reinado da dinastia dos Bourbons em França. O regime reaccionário dos Bourbons, que representava os interesses da corte e dos clericais, foi derrubado pela revolução de Julho de 1830.
[75] Em Bourges realizou-se entre 7 de Março e 3 de Abril o julgamento dos participantes nos acontecimentos de 15 de Maio de 1848 (ver a nota 120). Barbes foi condenado a prisão perpétua, e Blanqui a 10 anos de prisão. Albert, De Flotte, Sobrier, Raspail e os restantes foram condenados a diversas penas de prisão e à deportação nas colónias.
[76] O general Bréa, que comandava uma parte das tropas no esmagamento da insurreição de Junho do proletariado de Paris, foi morto pelos insurrectos junto das portas de Fontainebleau em 25 de Junho de 1848. Em relação com isto foram executados dois participantes na insurreição.
[77] Em francês no texto: apesar de tudo. (Nota da edição portuguesa.)
[78] Em francês no texto: republicanos puros e simples. (Nota da edição portuguesa.)



 
Previous chapter Next chapter